Ältester deutscher Frauen-Literaturpreis

Roswitha-Preis geht an Autorin Gertrud Leutenegger aus der Schweiz

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Roswitha-Preisträgerin 2014: Die schweizer Schriftstellerin Gertrud Leutenegger.

Bad Gandersheim. Das Geheminis ist gelüftet: Der Bad Gandersheimer Roswitha-Literaturpreis geht in die Schweiz. Preisträgerin in diesem Jahr ist die Autorin Gertrud Leutenegger.

Den ältesten deutschen Frauen-Literaturpreis, den von der Stadt Bad Gandersheim vergebenen Roswitha-Preis, erhält in diesem Jahr die Schriftsstellerin Gertrud Leutenegger aus der Schweiz. Die Entscheidung der Jury gab am Mittwoch Bad Gandersheims Bürgermeister Heinz-Gerhard Ehmen bekannt.

Der seit dem Jahre 1973 vergebene und mit 5500 Euro dotierte Literaturpreis für Schriftstellerinnen wird am Abend des 14. November in der Stiftskirche Bad Gandersheim an die Autorin verliehen. Der Preis erinnert an die erste deutsche Schriftstellerin, die Kanonisse Roswitha von Gandersheim, die im 10. Jahrhundert im Stift Gandersheim Legenden, Dramen und Gedichte schrieb.

Herausragende Stilistin

Die unabhängige Jury begründet ihre einstimmige Entscheidung damit, dass Gertrud Leutenegger als herausragende Stilistin seit vielen Jahren ein soziales Terrain beschreibe, auf dem Traum und Wirklichkeit, Grauen und Unverletzlichkeit miteinander verglichen werden. Weiter heißt es in der Jury-Begründung: „Die Poetik dieser ungewöhnlichen Schriftstellerin lebt von den stillen Tönen, sie braucht keine Sieger.“

Zuletzt sorgte die 65-jährige Autorin mit ihrem feingestrickten London-Roman „Panischer Frühling“ für Furore. Der Roman spielt in der Zeit des Ausbruchs des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull, als Aschewolken den Flugverkehr sperrten und auch den Luftraum über London lahmlegten. Die Protagonistin und zugleich Autorin nutzt die Zeit, um die Metropole auf ganz ungewöhnliche Weise kennenzulernen und zu beschreiben.

Gertrud Leutenegger wurde am 6. Dezember 1948 in Schwyz geboren und ist dort auch aufgewachsen. Später hat sie auch in der französisch- und der italienischsprachigen Schweiz gelebt. An der Züricher Schauspielakademie studierte sie Regie und arbeitete 1978 am Hamburger Schauspielhaus als Regieassistentin von Jürgen Flimm.

Nach zahlreichen Reisen und Aufenthalten in Florenz und Berlin lebte die Autorin längere Zeit in Japan. Heute wohnt Leutenegger in Zürich. 2010 wurde sie in die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt berufen.

Die Verleihung des Roswitha-Preises der Stadt Bad Gandersheim wird durch die Stiftung Niedersächsischer Volks- und Raiffeisenbanken, die Volksbank Bad Gandersheim und die Paracelsus-Klinken Gandersheim gefördert. (goe)

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