Noch prägt Matsch das Bild vom Ausstellungsgelände

Die Landesgartenschau 2022 in Bad Gandersheim droht teurer zu werden als geplant

Der westliche Osterbergsee: Das Ufer ist vom Bewuchs befreit, sodass das Wasser wieder zu sehen ist.
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Der westliche Osterbergsee: Das Ufer ist vom Bewuchs befreit, sodass das Wasser wieder zu sehen ist. Am Nordufer (im Vordergrund) soll eine Promenade entlang führen.

Dort, wo heute noch Matsch und Pfützen das Bild prägen, wird es in einem Jahr grünen und blühen.

Bad Gandersheim – Bad Gandersheims Bürgermeisterin Franziska Schwarz (SPD) und der Geschäftsführer der Landesgartenschau GmbH sind optimistisch, dass in einem Jahr zur Eröffnung der Landesgartenschau (Laga) alles fertig ist. Am Gründonnerstag nächsten Jahres, am 14. April 2022, eröffnet die Schau.

Nicht ganz so sicher ist Geschäftsführer Hellingrath, ob der Kostenrahmen eingehalten werden kann. Die Kostensteigerung im Baubereich macht sich nach seinen Worten bemerkbar. Die Aufträge für die größeren Bauprojekte rund um die Osterbergseen und den Kurpark seien inzwischen vergeben. Und, so Hellingrath, die Ausschreibungen hätten höhere Preise ergeben als kalkuliert.

Gerade werde an einer Zwischenbilanz der Kosten gearbeitet. Dann soll ermittelt werden, ob und wo bei den weiteren Bauarbeiten gespart werden kann. Auch die Möglichkeit, eine weitere Finanzspritze zu fordern, schloss Hellingrath nicht aus. Er wisse aber nicht, ob es dafür eine Chance gebe.

Das Land Niedersachsen gibt fünf Millionen Euro für die notwendigen Investitionen – und beteiligt sich mit einer weiteren Million Euro an den Kosten für die Veranstaltung selbst, die allein aus Eintrittskartenverkauf, Sponsoring, Merchandising sowie durch Konzessionen für Gastronomen nicht zu finanzieren wäre.

Eine Verschiebung der Laga um ein Jahr auf 2023, wie es das rheinland-pfälzische Bad Neuenahr-Ahrweiler jüngst beschlossen hat, kommt für Hellingrath allerdings nicht infrage. Zum einen seien die Kosten dafür immens, weil die Landesgartenschau-Gesellschaft ein Jahr länger betrieben werden müsse. Außerdem findet 2023 die nordrhein-westfälische Landesgartenschau in der erweiterten Nachbarschaft statt, nämlich in Höxter.

Der Gande-Abtritt: Nahe des Klosters Brunshausen entsteht ein Zugang zum Flüsschen Gande.

Seiltänzer über den Osterbergseen

Für das umfangreiche Kulturprogramm der Laga, seien die ersten Veranstaltungen bereits gebucht, so Rebecca Siemoneit-Barum, die innerhalb der Laga-Gesellschaft für das Veranstaltungsprogramm zuständig ist.

Die Kurstadt soll während der Landesgartenschau (Laga) auch ein Anziehungspunkt für Menschen mit gutem Gleichgewichtssinn sein, die einen Adrenalin-Kick suchen. Europas höchste Slackline werde während der Laga über den Osterbergseen gespannt, kündigt Rebecca Siemoneit-Barum an. Für die Könner dieser Trendsportart soll ein rund 300 Meter langes Nylonband in 25 Meter Höhe gespannt werden.

Ein zweites, nicht ganz so hohes Band für Salti und andere Sprünge soll 125 Meter lang werden. Natürlich, betonte sie, würden die sportlichen Akrobaten in der Höhe gesichert.

Am Eröffnungswochenende der Laga, 14. bis 18. April 2022, werde der Slackline-Weltmeister, Samuel Volery, sein Können in luftiger Höhe zeigen.

Zu den bereits fest gebuchten Kulturveranstaltungen während der Laga gehören eine szenische Lesung des Buches „Frühstück bei Tiffany“ mit den Schauspielern Barbara Auer und Jens Wawrczeck am 23. April und ein Gastspiel des Heeresmusikzuges Hannover am 7. Mai.

Aber auch sportlich wird es auf dem Laga-Gelände: Die Deutschen Meisterschaften im Target Sprint (Sommer-Biathlon aus Laufen und Schießen) finden am 9. und 10. Juli 2022 in Bad Gandersheim statt.

Freigeschnitten: Vom Auepark aus war das Kloster Brunshausen zugewachsen. Nun ist es wieder zu sehen.

Um Meisterehren soll es auch bei den Landesmeisterschaften der Floristen vom 1. bis 4. September 2022 gehen, so Laga-Geschäftsführer Thomas Hellingrath

Bis dahin ist aber gestalterisch noch einiges zu tun. Die große Promenade, die das Gartenschaugelände vom Haupteingang im Südosten bis zum Kurpark durchziehen soll, ist bisher nur in Ansetzen zu erkennen. Der Platz, wo über dem östlichen der beiden Osterbergseen, nahe des Haupteingangs die Hauptbühne entstehen soll, markiert bisher nur ein Erdhaufen im noch flachen Wasser die Stelle, wo die Halbinsel aufgeschüttet wird, die die Bühne tragen soll.

Die bisher unterirdische Verbindung zum tiefer liegenden westlichen Osterbergsee soll durch eine Kaskade ersetzt werden. Dort, wo diese Kaskade in den tieferen See mündet, liegt bisher nur ein großer Haufen Steine. Der soll laut Hellingrath zum einen Auswaschungen durch die Kaskade verhindern und außerdem für Edelkrebse, die im See angesiedelt werden sollen, als Ei-Ablageort und Kinderstube dienen.

Demnächst beginnen soll die Umgestaltung des Freibads zu einem Naturbad. Die Kosten dafür gehören nicht zum Laga-Etat. Während der Landesgartenschau soll das Freibadgelände in die Laga integriert werden, sodass Freibadbesucher eine Laga-Eintrittskarte für den Badbesuch brauchen. Später werde das Gelände wieder durch einen Zaun abgetrennt.

Bächlein im Auepark: Das Landschaftsschutzgebiet bleibt weitgehend unverändert.

Keine großen landschaftlichen Veränderungen soll es nach den Worten des Laga-Geschäftsführers im Auepark zwischen dem Stadtrand von Bad Gandersheim und dem Kloster Brunshausen geben. Der Pfad durch das Landschaftsschutzgebiet wird verbreitert und bekommt an seinem Rand einen Blühstreifen. Außerdem, so kündigte Hellingrath an, ist der Bau eines bis auf eine Höhe von drei Metern ansteigenden, aber barrierefreien Holzstegs geplant, von dem aus sich das Gelände mit seiner Tier- und Pflanzenwelt überblicken lassen soll.

Während das übrige Laga-Gelände bis zum Sonnenuntergang zugänglich sein werde, soll dieser Bereich zum Schutz der Tiere abends ab 18.30 Uhr gesperrt werden. (Olaf Weiss)

Noch gibt es verbilligte Dauerkarten

Die Landesgartenschau finden vom 14. April bis 9. Oktober in Bad Gandersheim statt. Der Eintritt soll 19 Euro für Erwachsenen (16 Euro ermäßigt) und fünf Euro für Kinder im Alter zwischen 3 und 17 Jahren kosten. Bei Gruppen ab 20 Personen beträgt der Eintrittspreis 16,50 Euro pro Person. Dauerkarten sollen für Erwachsene 119 Euro kosten. Noch bis Mittwoch, 14. April, läuft der zweite Dauerkartenvorverkauf, bei dem eine Dauerkarte 109 Euro kostet. ows
laga-bad-gandersheim.de

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