Theaterfest: Northeimer Jugendclub gewinnt Theatervirus

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Bühnenfegen: Christian Alexander Müller (von links), Tobias Berroth,, Julia Friede, Moritz Fleiter, Bosse Vogt, Dominika Szymanska und Jannik Nowak hatten an dieser Aufgabe sichtlich Spaß.

Bad Gandersheim. Mit einem bunten Theaterfest - ein Füllhorn aus Unterhaltung für Groß und Klein - wurde der Countdown für die 57. Gandersheimer Domfestspiele fortgesetzt.

Nach dem Umzug der Theaterleute und vieler Gruppen durch die Stadt folgte das traditionelle Bühnefegen. Die Schauspieler in Kostümen ihrer Stücke hatten sichtlich Spaß daran.

Intendant Christian Doll dankte dem Turnermusikzug Altgandersheim, der den Umzug begleitet hatte, und war von den Musikstücken auf der Bühne begeistert. Dort gab es eine Art Programmvorschau mit Liedern aus den Produktionen der Spielzeit.

Für die Kostproben der vier Neuproduktionen standen die Besucher geduldig an. Auch der Judas-Monolog von Gunter Heun machte neugierig auf mehr. Die musikalischen Darbietungen auf der Bühne am Roswitha-Brunnen und vor dem Ratskeller waren willkommene Tafelmusik, zu der sich tausende Besucher kulinarische Köstlichkeiten schmecken ließen.

Bunter Umzug: Das gesamte Team der Domfestspiele und lokale Gruppen zogen beim Theaterfest durch die Gandersheimer Innenstadt.

Die Kinder kamen nicht nur mit Basteln, Schminken, Spielen und einer Hüpfburg auf ihre Kosten. Im Vorlesezelt wurden sie den ganzen Nachmittag von verschiedenen Schauspielern in die Welt der Märchen entführt.

Mit einer genialen Adaption von Shakespeares Tragödie „Macbeth“ gewann der Jugendclub des Northeimer Theaters der Nacht das Jugendtheaterfestival „Theatervirus“. Sechs Jugendgruppen nahmen am Festival teil, das von Florian Götz und Jennifer Traum geleitet wurde. Eine siebenköpfige Jury bestimmte den Sieger.

Die Northeimer Jungmimen zwischen zwölf und 26 Jahren überzeugten nicht nur darstellerisch, mimisch und gestisch, sondern auch mit Nervenstärke. Sie schafften es, glaubhaft zu spielen, obwohl Macbeth-Darsteller Bjarne Rauer fehlte. Er wurde aus dem Off gesprochen und teils von zwei Kollegen gemimt, teils musste man ihn sich als Geist vorstellen. Theater heißt Illusion - wie wahr.

Ausdrucksstark: Tabea Bernd spielte Lady Macbeth.

Es gab mehrere geschickte Regie-Einfälle, wo die Darsteller aus dem Stück herausbrachen. Schlüsselbegriffe wie Schicksal, selbsterfüllende Prophezeiung und Blutrausch wurden mit Zitaten aus Wikipedia erläutert.

Mit Hilfe einer Shakespeare-Handpuppe wurde das Stück kommentiert. Diese entschuldigte sich bei Macbeth: Er sei zu Lebzeiten ein gerechter Herrscher gewesen, aber das sei in einem Drama langweilig.

Im Stück spielten außerdem Laila Bartens, Tabea Bernd, Marcel Ellieroth, Judith Gerste, Paula Gries, Carla Hogrebe, Theo Ockert und Alica Zehender. Vom Theater der Nacht wirkten Katrin Richter (Regie), Rainer Latzel (Geräusche, Musik, Ton) und Rubi Brockhausen (Bühnenbild) mit.

Intendant Christian Doll meinte nach der Aufführung: „Ich habe Macbeth-Vorstellungen auf Staatstheatern gesehen, die nicht so gut waren wie diese.“ Das Publikum applaudierte im Stehen.

Theaterfest der Domfestspiele in Bad Gandersheim

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