Auch die Feuerwehr könnte auf der Bühne stehen

Gandersheimer Domfestspiele: Neue Theaterpädagogen haben viel vor

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Robert und Lucie Strohmeyer freuen sich auf spannende Projekte mit den Menschen der Region. Sie sind die neuen Theaterpädagogen der Gandersheimer Domfestspiele. 

Die Gandersheimer Domfestspiele haben zwei neue Theaterpädagogen - und die haben perspektivisch spannende Projekte vor. Wir haben die neuen Gesichter getroffen.

Seit Jahresanfang haben die Gandersheimer Domfestspiele mit Lucie und Robert Strohmeyer zwei neue Theaterpädagogen (HNA berichtete), die lange Jahre in Berlin gearbeitet haben. Der berufliche Wechsel von der Haupt- in die Kleinstadt birgt für das Ehepaar einige Herausforderungen – aber ebenso eine ganze Reihe von positiven Möglichkeiten.

Vor sieben Jahren sind die Strohmeyers in die Region gezogen und wohnen in Sebexen. Einen entscheidenden Unterschied zur Großstadt haben sie direkt gemerkt. „Es gibt hier nicht hunderte Theaterpädagogen, also kein Überangebot“, erzählen die Strohmeyers. Damit gebe es eine gute Grundlage, um viele Menschen, ganz gleich welchen Alters, für die Theaterpädagogik zu begeistern.

„In Berlin sind alle sehr offen für das theaterpädagogische Angebot. Hier sind die Leute eher abwartend, vielen ist unklar, was das überhaupt ist“, sagt Robert Strohmeyer. Was genau dahinter steckt, das wollen die Strohmeyers durch viele persönliche Kontakte, die weiter wachsen sollen, bekannter machen. „Die Zurückhaltung muss man überwinden und braucht Ausdauer.“

Diese Ausdauer und vor allem das Kleinstädtische macht sich im Alltag bereits bemerkbar. „Man wird auf der Straße erkannt und gegrüßt“, sagt Lucie Strohmeyer und lacht. Seit März sind die zwei Theaterpädagogen für die Domfestspiele im Einsatz. Aufgrund der sehr kurzen Zeit von März bis zum Theatervirus-Festival von Donnerstag bis Samstag, 30. Mai bis 16. Juni, gibt es eine etwas abgeschwächter Form dieses Angebots. Dies allerdings mit voller Unterstützung. „Die Jugendlichen haben sich gewünscht, dass gemeinsam übernachtet werden kann. Möglich gemacht hat das Pastor Thomas Ehgart vom Jugendzentrum Phoenix, das uns intensiv unterstützt“, sagt Lucie Strohmeyer. Ebenfalls laufen die Vorbereitungen mit den Dominos, dem Jugendclub für Zwölf- bis 18-Jährige, der Malwettbewerb für Kinder und die Theaterpädagogischen Angebote für Schulen. „Die sind sogar schon ausgebucht“, sagt Lucie Strohmeyer.

Perspektivisch wollen die Theaterpädagogen aber noch mit viel mehr Menschen Kontakte knüpfen. „Wir möchten den Kontakt zu den vielen Gruppen in der Region knüpfen, die Theater machen, aber auch zu Gruppen und Vereinen, die wenig mit Theater zu tun haben“, sagt Robert Strohmeyer. „Nicht nur Shakespeare ist Kunst, sondern auch die Gospelsänger oder Feuerwehren können Kunst.“ Grundsätzlich komme es immer auf den Kontext an. Der Zuschauer mache in seiner eigenen Wahrnehmung etwas daraus.

Dieses Projekt sei aber ein Prozess, der Zeit brauche. Bevor es so weit ist, sei der erste Schritt jetzt aber erst mal ein ganz anderer. „Wir brauchen immer auch neues und auch junges Publikum. Menschen dazu zu bewegen, hier bei uns zur Theateraufführung zu gehen, das ist der erste Schritt.“

www.gandersheimer-domfestspiele.de

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