Unwetter in Bad Gandersheim: Mindestens 40 Keller liefen voll

Feuerwehr reinigt die Straße: EInsatzkräfte spritzen in Seboldshausen Schlamm von der Bundesstraße 64. Foto: KFV Northeim/Lange/nh

Bad Gandersheim. Nach einem starken Unwetter hieß es am Donnerstagnachmittag in Bad Gandersheim und den Ortschaften der Kurstadt „Land unter“. Eine Zusammenfassung der Ereignisse:

Flutwelle

Am stärksten betroffen war die Ortschaft Ackenhausen. Nach Angaben der Feuerwehr kamen die Wassermassen aus zwei Richtungen in den am Höhenzug Heber gelegenen Ort gelaufen. Zahlreiche Keller wurden überflutet.

Die Polizei gab in einer ersten Bilanz an, dass insgesamt mehr als 40 Keller ausgepumpt werden mussten. Hauptniederschlagsgebiete waren neben Ackenhausen die Orte Wolperode und Dannhausen. 60 Liter Wasser sollen in weniger als einer Stunde niedergegangen sein. Stark betroffen war auch Seboldshausen.

Die Bundesstraße 64 sowie zahlreiche Landes- und Kreisstraßen waren wegen Überflutung gesperrt.

Keine Verletzten

Zwar war eine Autofahrerin in Höhe der Biogasanlage Meine-Siedlung (nahe des Klosters Brunshausen) von den Wassermassen in ihrem Auto eingeschlossen worden. Sie konnte aber von Einsatzkräften der Feuerwehr Greene per Schlauchboot und mit Hilfe eines Geländefahrzeugs der DRK-Sanitätsbereitschaft Altes Amt gerettet werden.

Bei einem von Wassermassen der über die Ufer getretenen Meine 200 Meter weit mitgerissenen Auto konnte nach kurzer Zeit Entwarnung gegeben werden. Entgegen erster Befürchtungen waren keine Insassen im Fahrzeug.

Altstadt unter Wasser

Aktualisiert um 13.05 Uhr

Das vom Heber kommende Wasser ließ die Gande über die Ufer treten. Sie überflutete das Auengebiet bei Brunshausen und an der Hildesheimer Straße in Bad Gandersheim. Ohne diese weitläufigen Flächen, auf denen sich das Wasser ausbreiten konnte, wäre die Kurstadt deutlich schlimmer von der Flutwelle getroffen worden, betont die Feuerwehr in ihren ersten Bilanz.

Trotzdem wurden die Bereiche der Kurstadt entlang der Gande überflutet. Davon betroffen waren auch das Freibad und der Technik-Keller des Hallenbads. Dort trat Hydrauliköl aus, das aber von der Feuerwehr gebunden werden konnte, ehe es nach draußen gelangte.

Hilfe für Tiere

Infolge der Überflutung war die Wasserversorgung eines Kuhstalls ausgefallen. Die Feuewehr brachte den Rindern per Tanklöschfahrzeug Frischwasser.

Schäden

Die Feuerwehr zählt neben überfluteten Kellern umgeknickte Bäume und fortgeschwemmte Gartenhütten sowie Unterspülungen auf. Eine Schadenssumme gibt es noch nicht.

Aufräumarbeiten

Die Aufräumarbeiten dauern noch an. So ist die Feuerwehr am Freitagvormittag noch beim Seminarhotel „Alte Mühle“ in Ackenhausen im Einsatz. Das Gebäude muss vom Schlamm befreit werden. Bis gegen Mitternacht waren die Feuerwehren in der Nacht im Einsatz, um Keller auszupumpen und Straßen vom Schlamm zu säubern.

Großeinsatz

Mehr als 200 Einsatzkräfte der Ortswehren aus Bad Gandersheim sowie aus Kalefeld und Greene waren im Einsatz. Sie wurden noch unterstützt von der DRK-Sanitätsbereitschaft Altes Amt, die die Versorgung der Feuerwehrmänner und -frauen übernahm.

Domfestspiele

Die Domfestspiele blieben von dem Unwetter verschont. Die Vorstellung am Donnerstagabend fand statt. Nur einige Besucher mussten auf andere Parkplätze umgeleitet werden. Auch die Vorstellungen, am Freitag sowie Samstag und Sonntag finden wie geplant statt, teilte die Festspielleitung mit. Übrigens: Mit Ausnahme der Judas-Aufführung heute, Freitag, 19 Uhr, gibt es noch Karten für alle Stücke.

Unwetter wütete rund um Bad Gandersheim

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