Waffenfund im Kreis Northeim: Panzerfaust lag im Bach

Panzerfaust
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Waffenfund: Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes mit der verrosteten Panzerfaust.

Markoldendorf. Bei Baggerarbeiten ist im Mühlenbach in Markoldendorf eine Panzerfaust aus dem zweiten Weltkrieg gefunden worden. Die völlig verrostete Waffe hat das Kaliber 28 Millimeter. Sie war nach Auskunft der Polizei noch mit einer scharfen Granate versehen.

Aktualisiert um 15.30 Uhr

„Die war so verrostet, dass keine Gefahr von ihr ausging“, betonte der Northeimer Polizeisprecher Uwe Falkenhain auf Anfrage. Der Kampfmittelräumdienst Niedersachsen hat sie am Montag sicher gestellt und in sein Zwischenlager nach Munster mitgenommen. Sie soll dort entsorgt werden.

Mühlenbesitzer Steffen Rohmeier entdeckte bei Aufräumarbeiten im Mühlenbach eine Eisenstange, die aus dem Schlamm ragte. Erst beim Herausziehen habe er erkennt, um was es sich tatsächlich handelte und die Polizei alarmiert.

„Das ist unser tägliches Geschäft, reine Routine“, sagte Sprengmeister Jürgen Koppelmeyer über den Einsatz in Markoldendorf. Das Entschärfen von Fliegerbomben ist spektakulärer und erziele eine entsprechend höhere Aufmerksamkeit, sei aber vergleichsweise selten. Zufallsfunde von Waffen, Munition, Minen, Handgranaten oder Granaten aus dem Zweiten, aber auch aus dem Ersten Weltkrieg gebe es dagegen nahezu täglich.

Die Panzerfaust wurde im Bach gefunden.

Wenn der Finder sich richtig verhält, geht von diesen Kriegsaltlasten nur selten Gefahr aus, erklärte er. „Oberstes Gebot ist: Finger weg und die Polizei informieren“, betonte der Sprengmeister. Er vermutet, dass ein Wehrmachtssoldat sie kurz vor Ende des Krieges in den Bach geworfen hat, um damit sein persönliches Kriegsende zu erklären.

Wer genau die Panzerfaust nahe der Bruchmühle in den gleichnamigen Bach geworfen hat, wird wohl ein Geheimnis bleiben. Allerdings weiß Ortsheimatpfleger Thomas Männecke zu berichten, dass die amerikanischen Truppen beim Vormarsch auf Markoldendorf, Scheunen in Brand schoss, weil sie darin versteckte Wehrmachtssoldaten vermutete. Drei Soldaten kamen im April 1945 bei Markoldendorf ums Leben.

Für die Polizei gibt es keinen Verdacht auf eine Straftat. Sie werde keine Ermittlungen zur Herkunft der Waffe aufnehmen, erklärte Sprecher Falkenhain. (ows)

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