Landkreis Northeim

Warum immer mehr Banken Strafzinsen auf das Sparguthaben verlangen

Im Kreis Northeim verlangen immer mehr Banken sogenannte „Verwahrungsentgelte“ von ihren Kunden. (Symbolbild)
+
Im Kreis Northeim verlangen immer mehr Banken sogenannte „Verwahrungsentgelte“ von ihren Kunden. (Symbolbild)

Zahlreiche Banken verlangen immer häufiger Negativzinsen für Konten mit angespartem Geld - auch im Kreis Northeim. Doch was ist der Grund?

Northeim – Wer Geld ansparen will, muss sich etwas einfallen lassen, denn auf klassische Spar- oder Girokonten gibt es derzeit keine Zinsen – im Gegenteil: Banken verlangen immer häufiger Negativzinsen für geparktes Geld. Auch Kunden im Kreis Northeim werden mit „Verwahrungsentgelten“ belastet.

Hintergrund der Negativzinsen, auch Strafzinsen genannt, ist die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Wollen Banken bei der EZB Geld parken, müssen sie einen Einlagezins zahlen (Hintergrund). Dieser beträgt derzeit minus 0,5 Prozent.

„Verwahrungsentgelte“: Auch Banken im Kreis Northeim verlangen Strafzinsen

Von neun von der HNA befragten Geldhäusern erheben drei Institute generell 0,5 Prozent Verwahrungsentgelte von ihren Kunden, fünf tun das nur bei Neukunden. Lediglich die Volksbank Einbeck-Seesen teilt mit, dass sie noch am Prüfen sei und nur Geschäftskunden mit gestaffelten Minuszinsen belaste.

Bereits fällig werden Strafzinsen bei der Volksbank Göttingen-Kassel sowie der Volksbank Solling und ab 1. Juli auch bei der Sparda-Bank. Die Volksbank gewährt Mitgliedern einen Freibetrag von 100.000, Nichtmitgliedern von 50.000 Euro sowie weitere 10.000 auf dem Girokonto. Je nach Geschäftsumfang gebe es auch individuelle Freibeträge. Bei der Sparda-Bank liegt die Freigrenze bei 50.00 Euro. Die Volksbank Solling betont, dass sie das Verwahrentgelt (-0,5 Prozent) erst erhebt, wenn ein persönliches Gespräch mit den Kunden über Anlagealternativen geführt worden sei.

Banken im Kreis Northeim: Bestandskunden sollen von Negativzinsen verschont bleiben

Die Kreis-Sparkasse Northeim (KSN), die Volksbank Mitte, die Sparkasse Einbeck und die Postbank geben den EZB-Negativzins von -0,5 Prozent nur an Neukunden weiter. Die Commerzbank will das ab 1. August ebenso tun. Bestandskunden würden verschont oder man nehme Kontakt zu ihnen auf, um nach Alternativen zu suchen. Generell seien die Freibeträge, auf die kein Verwahrungsentgelt erhoben werde, so hoch, dass nur um die fünf Prozent der Kunden von Strafzinsen betroffen seien, heißt es übereinstimmend.

So gewährt die KSN neuen Privatkunden Freibeträge von 100.000, Firmenkunden von 500 000 Euro. Neukunden der Commerzbank müssen ab 1. August ab einer Einlage von 50.000 Euro Negativzinsen zahlen. Die Freibeträge der Volksbank Mitte liegen für Neukunden bei 100.000 Euro, je nach Hausbankstatus sogar bei bis zu 350.000 Euro. Die Sparkasse Einbeck gewährt neuen Privatkunden einen Freibetrag von 100.000 Euro, die Postbank ebenso. (Axel Gödecke)

Trotz der Corona-Krise wächst die Volksbank Kassel Göttingen weiter. Mit dem Northeim-Newsletter bleiben Sie immer auf dem neuesten Stand.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.