Diskussionen

Planungen Schuhwallhalle in Northeim: Bauausschuss hat noch viele Fragen

Entwurf der neuen Schuhwallhalle: So soll die Halle aus Richtung Westen, also vom Hallenbad aus, aussehen. Links ist die Gymnastikhalle zu sehen, in der Mitte der Haupteingang und rechts die Sporthalle.
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Entwurf der neuen Schuhwallhalle: So soll die Halle aus Richtung Westen, also vom Hallenbad aus, aussehen. Links ist die Gymnastikhalle zu sehen, in der Mitte der Haupteingang und rechts die Sporthalle.

Die weiteren Planungen für den Neubau der Schuhwallhalle hat der Ausschuss für Jugend, Sport und Soziales mit vier Ja-Stimmen bei zwei Enthaltungen abgesegnet, der Ausschuss für Planen, Bauen und Umwelt dagegen nicht.

Northeim – Er hat sich in der gemeinsamen Sitzung beider Gremien am Donnerstag in der Mehrzweckhalle Höckelheim hingegen vertagt und will erst in seiner nächsten Sitzung am 14. September sein Votum abgeben.

Damit setzte sich Ausschussmitglied Eckhard Ilsemann (FDP) durch, der insbesondere eine schriftliche Baubeschreibung des mit knapp 17 Millionen Euro veranschlagten Projekts, Transparenz bei Bau- und zu erwartenden Betriebskosten und über die ins Auge gefasste Fotovoltaikanlage vermisste. Er befürchtet eine Erhöhung der Baukosten um bis zu zwei Millionen Euro.

Rückendeckung bekam Ilsemann für die Vertagung von Helga Jäger (CDU). Ihre Partei stimme dem Bau zwar grundsätzlich zu, die angemahnten Informationen seien jedoch wichtig. Auch Armin Töpperwien (FUL) unterstützte die Vertagung.

Bürgermeister Simon Hartmann (SPD) reagierte auf das ausbleibende Votum des Bauausschusses enttäuscht. Er hatte sich ein Signal in dem nunmehr seit fünf Jahren andauernden Ringen um den Hallenbau erhofft. „Wir haben uns oft genug vertagt.“

Das „Gerücht“, so Hartmann, über die 30 Zentimeter ins Luftraumprofil von sieben Metern hineinragenden Basketballkörbe bei einer Hallenhöhe von 7,40 Meter nahm Ilsemann zum Anlass zu sagen: „Wenn ich eine Millionen teure Anlage baue, kann ich keine Kompromisse machen.“

Architekt Christian Eling (Lippstadt), Hartmann und Baustadtrat Frederik Backhaus wiesen die Vorwürfe zurück. Alle DIN-Normen würden eingehalten, die Halle sei nicht zu niedrig und dem Spielbetrieb der Handballer des Northeimer HC in der 3. Bundesliga stehe in Abstimmung mit dem Deutschen Handball-Bund nichts entgegen (wir berichteten). Außerdem könne man die Ringe abschrauben.

Hartmann betonte, dass eine noch höhere Halle sechsstellige Mehrkosten bedeuten würden. (Hans-Peter Niesen)

Diskussion um Lärmschutz für Skateranlage

Eine lange Diskussionen gab es um die Lärmschutzwand für die rund 500 Quadratmeter große Skateranlage. Sie soll zwischen neuer Schuhwallhalle und Hallenbad gebaut werden. Dort sind zudem ein Bolzplatz sowie Anlagen für Outdoor-Fitness mit Sportgeräten für Senioren und Beeinträchtigte sowie für Bouldern vorgesehen. Bei Letzterem handelt es sich um Klettern ohne Kletterseil und Klettergurt bis zur Absprunghöhe ohne gravierendes Verletzungsrisiko.

Ausgelöst wurde die Debatte durch den langjährigen Skater Timo Günther, der bereits in der Bürgerfragestunde zu Beginn der Sitzung die zwei Meter hohe Wand der zudem noch zwei Meter tief in den Boden eingelassenen Anlage kritisierte. Hilferufe im Verletzungsfall würden nicht gehört, es dauere, bis ein Krankenwagen den Eingang gefunden habe, und es würde in der Anlage laut, weil der Lärm bei den Tricks der Skater durch Wand ins Innere reflektiert werde. Außerdem würden sie von außerhalb nicht gesehen. Darüber hinaus vermutet er, dass eine solchermaßen abgeschottete Anlage zu einem Treffpunkt für Drogen- und Alkoholkonsumenten werden könne. Sein Fazit: „Die Lärmschutzwand nimmt der Anlage Charme und Flair.“ Gleichwohl findet er den Standort topp.

Baustadtrat Backhaus wies darauf hin, dass die Stadt zum Lärmschutz verpflichtet sei und deshalb extra ein Akustikbüro eingeschaltet habe. Landschaftsplaner Marcel Podskocijs vom Büro Greenbox, dass die Außenanlagen gestaltet hat, sagte, die Wand bestehe aus Glas und einem nach innen abgewinkelten Aufsatz. Diese solle farbig gestaltet, aber die Anlage mit ihren „großzügig dimensionierten Aufenthaltsflächen“ einsichtig sein. Außerdem gäbe es zwei Eingänge. „Es handelte sich nicht um eine dichte Mauer.“ (zhp)

Sportcampus am Schuhwall soll 16,85 Millionen Euro kosten

Laut des Architekturbüros Eling soll der gesamte Sportcampus 16,85 Millionen brutto kosten. Darin sind die Kosten für den Abriss der alten Halle und die Herrichtung des Geländes eingeschlossen. Die neue Schuhwallhalle soll dabei als Dreifeldersporthalle mit 985 Steh- und Sitzplätzen für Zuschauer plus einer Gymnastikhalle entstehen. Für die Besucher des Sportcampus mit Schuhwallhalle, Hallenbad, Skateranlage, Outdoor-Fitness, Kletterareal sowie Bolzplatz sind 160 Parkplätze und 50 Abstellplätze für Fahrräder geplant. Eingeschlossen ist ein Blockheizkraftwerk für Sporthalle und Hallenbad. (zhp)

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