Ehemalige Rommel-Kaserne soll Platz für 600 Flüchtlinge bieten

Til Schweiger will Flüchtlingsheim in Osterode bauen

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Schauspieler Til Schweiger will in Osterode ein „Vorzeige-Flüchtlingsheim“ bauen.

Osterode. Til Schweiger, deutscher Schauspieler und Regisseur, will in der ehemaligen Rommel-Kaserne in Osterode ein Flüchtlingsheim bauen.

Das bestätigte am Sonntag Wolfgang Koch, Geschäftsführer des Unternehmens „Princess of Finkenwerder“, das die Kaserne Anfang vorigen Jahres gekauft hatte.

Aktualisiert: 13.25 Uhr

Die genauen Zeitpläne konnte Koch zwar nicht nennen, sagte aber: „Es wird jetzt auf Hochtouren geplant und gearbeitet, damit dort kurzfristig Flüchtlinge einziehen können.“ Vor wenigen Tagen sei „alles unter Dach und Fach“ gebracht worden. Koch bestätigte im HNA-Gespräch die Ankündigung von Til Schweiger in einem Interview mit der „Bild am Sonntag“, dass die Osteroder Kaserne in ein „Vorzeige-Flüchtlingsheim“ umgebaut werden wird. Geplant seien unter anderem eine Näherei, Werkstätten, eine Sportanlage sowie Freizeitangebote speziell für Kinder. Auch eine Stiftung für traumatisierte Kinder sei geplant. In der früheren Kaserne soll Platz  für insgesamt 600 Flüchtlinge geschaffen werden.

In dem Interview hatte Til Schweiger betont, dass Freunde von ihm die Kaserne in Osterode gekauft hätten, auch er wolle nun etwas tun. Auch das bestätigte Wolfgang Koch am Sonntag: „Wir sind befreundet.“

Völlig überraschend kam die Nachricht am Sonntag allerdings für Klaus Becker, Bürgermeister der Stadt Osterode. „Ich freue mich natürlich, wenn das Vorhaben jetzt beschleunigt wird. Wenn dann noch die nun vielfach zitierte ‘Vorzeige-Anlage‘ kommt, wäre das super“, so das Osterode Stadtoberhaupt. Becker betonte, dass er aber auch auf die Qualität des Umbaus und der späteren Einrichtung achten werde.

Becker geht davon aus, dass dann auch die Osteroder Bevölkerung die Flüchtlingsheim-Planungen akzeptieren werde. Er hofft, dass der Umbau nun zügig voranschreitet: „Das kann dem Gesamtprojekt nur gut tun.“

Das Land Niedersachsen hatte in der Kaserne in Osterode eigentlich bereits im Juni eine weitere Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge eröffnen wollen. Bisher sind die Verträge mit dem privaten Betreiber, der Firma Princess of Finkenwerder, nach Angaben aus dem Innenministerium aber noch nicht komplett unter Dach und Fach. "Das ist noch nicht eingetütet. Wir freuen uns, dass sich auch Herr Schweiger dort engagieren möchte", sagte der Sprecher des niedersächsischen Innenministeriums, Philipp Wedelich, am Sonntag.

Schweiger hatte dagegen der Zeitung gesagt, die Verträge seien seit Donnerstag unterschrieben. Vorgesehen war, dort zunächst etwa 200 und später bis zu 600 Flüchtlinge unterzubringen, Betreiber soll die Firma Princess of Finkenwerder werden. Eine Bürgerinitiative in Osterode hatte dagegen erhebliche Bedenken geäußert. Die Princess of Finkenwerder sei keine Non-Profit-Organisation, sondern ein gewinnorientierter Betreiber. Deswegen gebe es große Sorgen in der Bevölkerung in Bezug auf die Unterbringungsqualität.

Schweigers Engagement für Flüchtlinge

Bei Facebook hatte Schweiger vor Tagen zu einer Spendenaktion für Flüchtlinge aufgerufen und sich nach einem Bericht über Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte auch an SPD-Chef Sigmar Gabriel und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gewandt. Gabriel habe ihn angerufen und sich eine halbe Stunde seinen Frust angehört, erläuterte Schweiger auch nochmal dem "Stern". "Und dann lud er mich ein, mit ihm zusammen Flüchtlingsheime zu besuchen." (mit dpa)

Bäm!!! Der Vizekanzler hat sich gemeldet! Und er hat sich eine halbe Stunde an seinem Feierabend meinen Frust angehö...

Posted by Til Schweiger on Mittwoch, 29. Juli 2015

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