Grundstückskauf mit Hindernissen

Streit um teures Gestrüpp

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Zugewuchert: Kilian Müller zeigt das verwilderte Nachbargrundstück, das er gerne kaufen möchte. Die etwa bis zur Kiefer links im Hintergrund reichende und rund 850 Quadratmeter große Fläche grenzt unmittelbar an sein Grundstück an. 

Berwartshausen. Kilian Müller will ein Grundstück am Ortsrand von Berwartshausen kaufen, doch die Stadt hat für ihn unannehmbare Preisvorstellungen.

Der Traum von einem neuen Feuerwehrhauses ist in Berwartshausen seit vielen Jahren ausgeträumt. Das Grundstück, wo das Wehr-Domizil entstehen sollte, liegt von Brombeeren überwuchert im Dornröschenschlaf. Aus diesem möchte es Kilian Müller gern aufwecken. Er würde es gerne kaufen, aber er wird sich mit der Stadt nicht über den Kaufpreis einig.

Das Grundstück am Ortsausgang in Richtung Schnedinghausen liegt im sogenannten Außenbereich und darf deshalb nicht bebaut werden. Dementsprechend hat Müller, der mit seiner Familie seit fünf Jahren auf dem angrenzenden Grundstück lebt, einen für Grünland angemessenen Preis geboten: für die etwa 850 Quadratmeter große Fläche zunächst 1000 Euro. Später hat er das Angebot auf 1500 Euro erhöht.

Doch die Stadt verlangt 2500 Euro. Angesichts des von Brombeeren überwucherten Grundstücks ein für Müller indiskutabler Preis. „Das ist ein Schandfleck“, beschreibt er die Fläche.

Eine Fachfirma habe die Kosten für das Urbarmachen des Grundstücks - Müller will es als Pferdeweide nutzen - auf 1800 Euro geschätzt. Denn unter dem Gestrüpp verbergen sich noch die Stümpfe von Bäumen, die die Stadt vor etwa sechs Jahren sicherheitshalber hat fällen lassen.

2500 Euro würde Müller deshalb nach eigenen Worten nur zahlen, „wenn die Stadt Leute schickt, die das gerade zieht“ - also die Fläche vorher vom Bewuchs befreit. Die Preisvorstellungen und die Haltung der Stadt sind dem Kaufinteressenten ein Rätsel. Schließlich werde die Fläche ja auch Kosten verursachen. Das auf die Straße und auf sein Grundstück wuchernde Gestrüpp müsse irgendwann zurückgeschnitten werden.

Von der Stadt gab es zu dem Vorgang keine Stellungnahme. Verkaufsverhandlungen würden nicht über die Presse geführt, sagte Kämmerer Jörg Dodenhöft auf Anfrage zur Begründung.

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