Projektwoche: Training für Bewerbungsgespräche mit Praktikern aus der Wirtschaft

Beste Chancen für Schüler

Aufmerksame Zuhörer: Für die Schüler geht es um ihre berufliche Zukunft. Foto: Niesen

Lindau. Es fängt mit einem freundlichen „Guten Tag“ an und kann über gute Lern- und Arbeitsleistungen zu einem festen Arbeitsplatz mit Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten führen. Auf Grund des demografischen Wandels haben Schulabgänger zurzeit beste Chancen auf einen qualifizierten Ausbildungsplatz.

Sie müssen die Möglichkeiten, die ihnen geboten werden, allerdings nutzen. Das ist das Fazit einer Projektwoche der Lindauer Rhumetalschule, die erstmals ihre Haupt- und Realschüler gezielt mit Praktikern aus der Wirtschaft auf Bewerbungsgespräche und die ersten Tage im Berufsleben vorbereitete.

Wissen, was sie wollen

„Das hat eine Menge gebracht“, lobten die beiden Zehntklässler Philipp Wolter und Kevin Wilm. Beide haben schon genaue Vorstellungen von ihrer späteren beruflichen Laufbahn. Philipp will Berufsjäger werden, Kevin Industrie-Mechaniker.

„Viele Bewerber informieren sich nicht genügend über ihre angestrebte Berufsausbildung und die Firma, bei der sie die Ausbildung machen wollen“, beklagen die beiden „Personaler“ Mandy Steinmetz und Günter Heese von der Moringer Firma Piller. Das ist ein mittelständisches Unternehmen, dass seine Produkte wie Industrieventilatoren weltweit vertreibt.

Bei der jüngsten Einstellungsrunde konnte die Firma von sechs Ausbildungsplätzen im technischen Bereich bislang nur einen einzigen besetzen, obwohl es 100 Bewerbungen gab.

Ein Spitzenzeugnis sei für die Vergabe nicht ausschlaggebend. „Die Zensuren machen vielleicht 10 bis 20 Prozent aus. Wir stellen auch Hauptschüler ohne Abschluss ein. Aber die Schüler müssen zu uns passen.“ Dazu gehört, dass sie wissen, wie sie sich zu benehmen haben, Teamfähigkeit, Lern- und Arbeitsbereitschaft.

Nicht rumfläzen

Vieles lässt sich schon an der Bewerbung ablesen, zum Beispiel, ob ein Bewerbungsschreiben standardisiert ist, ob es unterschrieben ist, an den Bewertungen des sozialen und Arbeitsverhaltens im Zeugnis oder an den unentschuldigten oder entschuldigten Fehlstunden.

Haben die Bewerber erst einmal die Hürden zum Einstellungsgespräch geschafft, kann es trotzdem noch schief gehen. Manchmal hängt es am Rumfläzen auf dem Stuhl: „Alles wird beobachtet.“

„Es ist sowohl für den Arbeitgeber als auch den Ausbildungsplatzsuchenden schwer“, sind sich die Personaler bewusst. Einig sind sie sich mit den anderen Projektteilnehmern wie Heinz-Georg Dreyer von der Barmer und Andreas Weiß von der AOK, dass die Schülerinnen und Schüler mehr für ihre Allgemeinbildung tun müssen. „Das regelmäßige Ansehen der Tagesschau reicht dabei oft schon aus.“

Schulleiter Rolf Huchthausen und sein Vertreter Thorsten Kriegel wollen die Projektwoche im nächsten Schuljahr früher veranstalten. (zhp)

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