Druck der Politik kommt bei Firmen an

Betriebe im Kreis Northeim starten mit Corona-Tests

Corona-Test
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Ein Corona-Schnelltest (Symbolbild).

Der Druck der Politik auf die Unternehmen, ihren Mitarbeitern kostenfreie Corona-Schnelltests anzubieten, wächst.

Landkreis Northeim - Die Industrie und Handelskammer Hannover hat bei einer Umfrage unter 950 Betrieben herausgefunden, dass jedes zweite Unternehmen im Land seinen Beschäftigten schon regelmäßig Tests anbietet oder dies in Kürze tun möchte.

Im Kreis Northeim nehmen die Betriebe die Aufforderung der Politik, zu testen, sehr wohl ernst, wie eine HNA-Umfrage ergab.

„Wir werden an allen unseren deutschen Standorten jedem Mitarbeiter auf Wunsch einen kostenlosen Selbsttest pro Woche zur Verfügung stellen“, betont Jochen Vennemann, Pressesprecher des Contitech-Konzerns, der in Northeim 1700 Mitarbeiter beschäftigt. Es handele sich um Speichel-Tests. Die Ausgabe erfolge in den Werken. Die Mitarbeiter könnten diese dann zu Hause selbst vornehmen. Positive Testergebnisse unterlägen dem normalen Prozess: Der Mitarbeiter meldet dies beim Gesundheitsamt und bei Contitech.

Die Kreis-Sparkasse Northeim (KSN), die 300 Mitarbeiter beschäftigt, hat laut ihres Sprechers Gernot Bollerhei am Dienstag die bestellten Selbsttests geliefert bekommen. „Noch in dieser Woche geben wir sie kostenfrei aus. Jeder Mitarbeiter bekommt einen Test kostenfrei pro Woche, dann kann jeder selbst zu Hause testen.“ Der Vorrat reiche für mehrere Wochen, eine Ausweitung auf zweimaliges Testen sei denkbar.

Auch im Handwerk treffen die Betriebe Vorkehrungen. So hat beispielsweise der Friseursalon Christina Bertram in Uslar Tests bestellt und will auch gleich mit dem Testen anfangen, sobald die Lieferung eingetroffen ist. Bisher werde empfohlen, Mitarbeiter zweimal die Woche zu testen, sagt Christina Bertram, die zwei Mitarbeiterinnen beschäftigt. So möchte sie auch vorgehen. Es gehe schließlich um die Sicherheit der Mitarbeiter und der Kunden.

„Wir arbeiten mit Hochdruck daran, Selbsttest-Sets über die Edeka zu bekommen“, berichtet Tobias Schnabel vom Northeimer Edeka-Markt. 2500 habe er bestellt, damit könne er den Mitarbeitern im kommenden halben Jahr je einen pro Woche anbieten. Er hoffe, dass die Tests bis nach Ostern geliefert sind. Dann würden die Mitarbeiter immer Anfang der Woche einen Test vor der Arbeit machen können. Schon jetzt habe er einige Test bereitliegen, die er kurzfristig bei Mitarbeitern, die leichte Symptome haben, einsetzen könne, so Schnabel. 

Die Automobilgruppe Siebrecht in Uslar hat nach Angaben von Juniorchef Maik Siebrecht schon zwei Wochen Corona-Schnelltests auf Lager. Sie werden den insgesamt über 300 Beschäftigten seitdem angeboten. Unter anderem seien vom Siebrecht-Autohaus im Einbeck gerade 20 Tests angefordert worden.

Die Firma Biker’s Point Fuchs-Gruppe in Uslar ist nach Aussage von Firmenchef Tobias Fuchs derzeit dabei, Selbsttest für die 40 Mitarbeiter anzuschaffen. Sie sollen sie bekommen, um sich zu Hause vor der Arbeit zu testen. Das trage zur Sicherheit aller bei, sagte Tobias Fuchs.

Seit der vergangenen Woche bietet die Northeimer Kreisverwaltung allen Beschäftigten zertifizierte Selbsttests an, sagt Landkreis-Sprecher Dirk Niemeyer auf HNA-Anfrage.

Zur Verfügung gestellt werden laut Niemeyer zwei Tests pro Woche pro Mitarbeiter. Niemeyer: „Wir haben uns dabei an den Empfehlungen der Bundesregierung orientiert“.

Mit Beginn der Corona-Pandemie vor gut einem Jahr habe der Landkreis Northeim für seine knapp 400 Beschäftigten außerdem die technischen Voraussetzungen geschaffen, dort, wo es möglich ist, im Homeoffice arbeiten zu können.

Wie dieses Angebot in Anspruch genommen werde, so Niemeyer, hänge davon ab, wie die einzelnen Bereiche der Kreisverwaltung sich organisiert haben, um den Service für die Einwohner des Landkreises ohne Einschränkungen aufrecht zu erhalten.

(goe/fsd/rom/kat)

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