Polizei ermittelt in mindestens 13 Fällen im Kreis Northeim

Betrug mit Corona-Hilfe

Betrug im Internet hat viele Facetten. Die Täter scheuen nicht davor, auch die aktuelle Coronakrise auszunutzen. (Symbolbild)
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Betrug im Internet hat viele Facetten. Die Täter scheuen nicht davor, auch die aktuelle Coronakrise auszunutzen. (Symbolbild)

Northeim – Offenbar nutzen Kriminelle im Landkreis Northeim die anhaltende Corona-Pandemie schamlos aus: Die Polizei Northeim ermittelt inzwischen in mindestens 13 Fällen wegen des Verdachts des Subventionsbetrugs bei der Auszahlung der Corona-Soforthilfe, einem Förderprogramm des Landes Niedersachsen.

Demnach geht es um eine Summe von insgesamt 100 000 Euro, die die Betrüger aus dem Landkreis unberechtigt erhalten haben. Das hat der Northeimer Polizeichef, Polizeidirektor Michael Weiner, jetzt auf HNA-Anfrage berichtet.

Der Leiter der Polizeiinspektion Northeim, Michael Weiner

Die Zuständigkeit für die Bearbeitung und Bewilligung der Zuschussanträge liegt in Niedersachsen bei der NBank mit Sitz in Hannover. Durch die riesige Nachfrage nach Soforthilfe ab Mitte März wurden vermutlich etliche Anträge nicht ausreichend geprüft – erst später waren „Ungereimtheiten“ in den Anträgen bekannt geworden.

Polizei und Staatsanwaltschaft wurden allerdings erst im Nachgang im Rahmen der Ermittlungsverfahren über die Betrügereien informiert, berichtet Michael Weiner.

Eine beliebte Masche der Subventionsbetrüger sei zum Beispiel die virtuelle Gründung eines Unternehmens gewesen, das es damit allerdings nur im Internet gab, nicht aber in der Realität. Die Polizei geht laut Weiner davon aus, dass sich die Zahl der Verdachtsfälle in Sachen Subventionsbetrug auch im Kreis Northeim noch weiter erhöhen werde, da weitere Soforthilfe-Anträge auch aus dem Landkreis Northeim, die vor dem 1. Juni gestellt worden sind, noch gar nicht bearbeitet wurden.

Im Zusammenhang mit den Ermittlungen zum Subventionsbetrug hat die Polizei am Donnerstag in Northeim fünf Wohnungen durchsucht. Neben der Sicherstellung von Beweismitteln, die nun ausgewertet werden, ging es um die Sicherstellung von Vermögenswerten („Vermögensarrest“), so eine Sprecherin. Ferner leitete die Polizei nach den Durchsuchungen zu den laufenden Verfahren auch je eins wegen Verstoßes gegen das Waffen- und das Arzneimittelgesetz ein.

Der Tatbestand Subventionsbetrug sieht Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren oder Geldstrafen vor.

In dem Zusammenhang warnt die Polizei vor einer weiteren Betrugsmasche in Zeiten von Corona: Mit E-Mails des imaginären „Bundesamts für Krisenschutz“ werden Unternehmen aufgefordert, sich an einer Befragung zu beteiligen, „um an Strategien für eine nachhaltige Bewältigung der Coronakrise“ zu arbeiten.

Dabei wollen die Betrüger einzig und allein an die Firmendaten gelangen, betont die Polizei. Foto: Hubert Jelinek/nh

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