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Betrugsmasche: Anrufer geben sich als Ermittler von Europol aus

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Von: Rosemarie Gerhardy

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Betrug am Telefon: Anrufer versuchen an sensible Daten zu kommen.
Betrug am Telefon: Anrufer versuchen an sensible Daten zu kommen. © Julian Stratenschulte/DPA

Mit einer neuen Masche versuchen gerade Telefonbetrüger, an sensible Daten der Angerufenen zu gelangen. Waren es in der Vergangenheit meist angebliche Microsoft-Mitarbeiter, erfolgt nun eine Bandansage mit einem Hinweis, dass Europol ein Anliegen habe. Dann wird man gebeten, eine Nummerntaste zu drücken und wird mit einem englischsprachigen „Mitarbeiter“, der die persönlichen Daten erfragt, verbunden.

Northeim – Die Betrüger geben vor, dass es angeblich ein großes Ermittlungsverfahren gebe. Würde man die Aussage verweigern, könnten fünf Jahre Haft drohen. Bei den Anrufen werden deutsche Telefonnummern vorgegaukelt (sogenanntes Call-ID_Spoofing).

„Wir haben es immer wieder mit neuen Phänomenen in diesem Bereich des Betruges zu tun“, so Sven Wolf, Pressesprecher der Polizeiinspektion (PI) Northeim. Eine genaue Zahl der Betrugsversuche kann er nicht nennen. Bislang sei es im Bereich der PI auch noch nicht zu bekannten Schäden gekommen.

In einem Fall hätte allerdings ein Geschädigter Daten herausgegeben, dann jedoch den Betrugsversuch bemerkt und das Gespräch schnell beendet. Bei anderen Fällen wurden die Gespräche direkt beendet.

Da es sich bei den Anrufern um keine offiziellen Vertreter einer Behörde handelt, sollte das Gespräch sofort beendet werden, betont Wolf. Und: Ein Rückruf sollte auf keinen Fall erfolgen.

Wurden allerdings persönliche Daten herausgegeben oder ist es sogar zu Geldzahlungen gekommen, sollte der Betroffene sofort eine Anzeige bei der Polizei erstatten, empfiehlt Wolf.

Um sich vor solchen oder anderen Phänomenen und Anrufen im Bereich Betrug, zum Beispiel auch vor dem sogenannten Enkeltrick, zu schützen, gebe es die Möglichkeit, die eigene Telefonnummer aus dem Telefonbuch (auch digital) durch den jeweiligen Anbieter löschen zu lassen. Dies könne schon betrügerische Anrufe verhindern. Außerdem sei es möglich, einzelne Telefonnummern zu blockieren.

Weitere Möglichkeiten (abhängig vom Telefon-Anbieter), sich vor solchen Fake-Anrufen zu schützen, sind zum Beispiel die Erstellung einer Blacklist beziehungsweise einer Whitelist. Bei einer Blacklist können zum Beispiel Anrufe einer bestimmten Vorwahl blockiert werden. Bei einer Whitelist kann eingestellt werden, dass nur bekannte Nummern weitergeleitet werden, so Wolf. (Rosemarie Gerhardy)

Täter nutzen Daten für weitere Straftaten

Bei diesen Europol-Fake-Anrufen werden laut Landeskriminalamt Niedersachsen von den Tätern persönliche Daten der Angerufenen abgeglichen, aktualisiert oder zusätzlich in Erfahrung gebracht, die dann für weitere Straftaten benutzt werden. Ob die Täter dann auf bestimmte Datensätze mit Telefonnummern zugreifen oder rein zufällig Rufnummern anwählen, ist laut Landeskriminalamt nicht bekannt.  (rom)
polizei-praevention.de

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