Blutkonserven werden knapp

Auch im Kreis Northeim wurden Spendetermine verschoben

Blutspenden
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Symbolbild Blutspenden

Ein sprunghafter Anstieg des Blutbedarfs sorgt für einen Versorgungsengpass.

Beim Blutspendedienst NSTOB (Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Oldenburg und Bremen) werden die Blutkonserven knapp, denn aktuell werden durch die Wiederaufnahme von Behandlungen in Kliniken nach den Corona-Lockerungen erhöhte Mengen an Blut benötigt.

Gleichzeitig musste der Blutspendedienst auch im Kreis Northeim aufgrund der erhöhten Sicherheits- und Hygienemaßnahmen Blutspendetermine zum Schutz von Spendern und Mitarbeitern in zu kleinen Lokalen absagen. „Diese Faktoren führen derzeit zu einer äußerst kritischen Versorgungslage“, erklärt Markus Baulke, Pressersprecher des DRK-Blutspendedienstes in Springe. „Fünf Termine sind insgesamt bislang im Kreis Northeim und Göttingen ausgefallen.

Was nach wenig klingt, hat aber einen Grund“, so Karsten Harmening, Gebietsreferent des NSTOB. Da die Spenden immer acht Wochen auseinander liegen müssen und es im Februar/März viele Spenden gab, waren für April und Mai im vornherein wenige Termine angesetzt gewesen. „Die schwierige Zeit beginnt gerade erst, denn durch die Abstandsregeln fallen immer mehr kleine Räumlichkeiten weg.“ Der Bedarf an Blutpräparaten unterliege jedoch grundsätzlich saisonalen Schwankungen. „Im Januar und im Juli werden häufig die meisten Blutpräparate, im Dezember die wenigsten von den Kliniken angefordert“, so Baulke.

Zu Beginn der Pandemie hätten die Kliniken ihre Behandlungen stark reduziert, um auf Covid-19-Erkrankte vorbereitet zu sein. Folglich ging der Bedarf an Blutpräparaten bis Mitte April um mehr als 30 Prozent zurück. „Seit der zweiten April-Hälfte nimmt der Einsatz von Blutpräparaten kurzfristig wieder stark zu und hat jetzt das Niveau des Vorjahres erreicht“, so Baulke.

Erfreulich sei auch, dass etwa 16 Prozent mehr Spender als geplant im DRK-Kreisverbandsgebiet Göttingen/Northeim zu den wenigen Blutspenden gegangen sind. Kreisgeschäftsführerin Petra Reußner betont aber, dass noch mehr Spender gebraucht würden.

Welche Probleme DRK-Ortsvereine derzeit im Zeichen von Corona mit der Ausrichtung von Bluspendeterminen haben, zeigt ein Beispiel aus der Northeimer Ortschaft Lagershausen.

Vor der Corona-Pandemie wurde der Blutspendetermin in Lagershausen noch im Feuerwehrgerätehaus und im Blutspendemobil abgehalten. Die Aufnahme, Betreuung und Verköstigung erfolgte in den Räumen der Feuerwehr durch den DRK-Ortsverein. Die ärztliche Untersuchung und Blutspende fand im Blutspendemobil statt, das direkt vor der Feuerwehr geparkt wurde.

In dieser Form ist eine Blutspende im Moment nicht durchführbar. Durch die Corona-Auflagen entfallen viele Spendetermine oder werden, wenn möglich, in größere Räumlichkeiten verlegt. Doch die sind begrenzt. Auch der DRK-Ortsverein Lagershausen teilt daher mit, dass der geplante Blutspendetermin am 25. Juni aufgrund der aktuellen Lage auf den 10. Juli verschoben werden muss.

Wegen der Corona-Pandemie werde die Blutspende dann im Gasthaus „Zum Braunen Hirsch“ von 16.30 Uhr bis 19.30 Uhr stattfinden. Dank der größeren Räumlichkeiten könnten dort die Hygienevorschriften und Abstandsregelungen eingehalten werden.

„Jetzt, während der Corona-Pandemie, sind die Richtlinien für die Blutspende natürlich den Hygienevorschriften und Abstandsregelungen angepasst worden“, sagt Dunja Maliska vom Ortsverband Lagershausen.

Vorab habe eine Begehung der Räumlichkeiten im Gasthaus durch das Rote Kreuz stattgefunden, um zu kontrollieren, ob alle Vorschriften eingehalten werden können.

„Die Betreuung und Verköstigung wird von einer begrenzten Anzahl an DRK-Mitgliedern außerhalb des Saals im Freien und mit dem nötigen Abstand sichergestellt“, erklärt Maliska. Normalerweise wurde Essen und Trinken für jeden Spender im Lagershäuser Feuerwehrgerätehaus bereitgestellt.

Innerhalb der Gaststätte soll in einem Raum die Aufnahme von je nur einem Spender und durch nur ein Mitglied des Ortsvereins stattfinden. Von dort müsse sich der Spender in einen weiteren Raum begeben, wo die ärztliche Untersuchung durchgeführt werde.

Um einen möglichst reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, hat der Ortsverein ein detailliertes Konzept für die Gaststätte erarbeitet. „Im Saal werden die Liegen mittig und mit Abstand aufgestellt. Es soll in der gesamten Gaststätte das Einbahnstraßenprinzip gelten“, so Dunja Maliska.

Verlassen sollen die Spender den Saal durch einen Hintereingang. „Die von uns vorab gepackten Lunchpakete und Geschenke werden ihnen zur Mitnahme ausgegeben.“ Für Spender, die im Anschluss noch eine Betreuung benötigen, sollen Sitzmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Diese werden ebenfalls im Freien aufgebaut.

„Der Aufwand ist natürlich um einiges größer. Aber da Blut benötigt wird, sind genaue Richtlinien verfasst worden, um die Blutspenden unter Einhaltung der Vorschriften durchführen zu können“, erklärt Dunja Maliska.

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