Nach Borkenkäferbefall

Auf dem Kahlberg bei Bodenfelde soll ein Mischwald wachsen

Erschreckendes Bild aus der Luft: Beim Flug mit einem Hubschrauber während der Deutschen Meisterschaft im Fallschirmzielspringen 2020 in Bodenfelde gelang Bürgermeister Mirko von Pietrowski diese Aufnahme vom Kahlberg.
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Erschreckendes Bild aus der Luft: Beim Flug mit einem Hubschrauber während der Deutschen Meisterschaft im Fallschirmzielspringen 2020 in Bodenfelde gelang Bürgermeister Mirko von Pietrowski diese Aufnahme vom Kahlberg.

Der Kahlberg wird wieder aufgeforstet und soll Mischwald werden.

Bodenfelde – Der Anblick vom Wesertal auf den Kahlberg bei Bodenfelde hat sich in den vergangenen Jahren durch Stürme, Dürre und zum Schluss einen massiven Borkenkäferbefall verändert. Und er soll sich durch Naturverjüngung und Neuanpflanzungen in den kommenden Jahrzehnten erneut verändern. Das Areal soll ein Mischwald werden.

Darum bemüht sich der neue Besitzer aus dem Raum Paderborn, der den Kahlberg 2019 gekauft hat und seither sehr viel Geld und Arbeit investiert hat. Dr. Jörg Menne kümmerte sich um das Fällen der befallenen Fichten, die schnellstmöglich aus der Fläche abtransportiert werden sollen, damit der Borkenkäfer nicht auch noch den Restbestand heimsucht.

25 000 Bäume seien in den vergangenen Wochen eingesetzt worden, sagt Menne auf Anfrage der Sollinger Allgemeine. Darunter 10 000 Eichen. Wie im Landeswald Solling setzt auch Menne auf verschiedene Baumarten, die mit den Veränderungen durch den Klimawandel möglicherweise besser zurechtkommen als Nadelbaumarten.

„Hierbei steht uns Stefan Wink als Förster aus Bodenfelde mit seiner Expertise beratend zur Seite“, heißt es von Menne. Viele Menschen im Wesertal haben die Entwicklung des Kahlbergs beobachtet. Auch im Gemeinderat des Fleckens waren der Besitzerwechsel und das emsige Treiben bereits Thema. Anwohner sorgten sich wegen der schweren Holzlaster, die die Baumstämme aus dem Waldstück über Feldwege und teils durch die Siedlung abtransportieren.

„Das Forstgebiet Kahlberg wurde von unserer Familie erworben mit der Absicht, eine nachhaltige, Generationen überdauernde Investition in die Zukunft zu tätigen“, heißt es von Jörg Menne weiter. Die idyllische Lage des Kahlbergs an der Weser mache das Gebiet besonders reizvoll.

Ziel der Familie sei, „einen klimaangepassten Umbau des Waldes zu planen und vorzunehmen, damit die nächsten Generationen wieder einen gesunden Wald nutzen können“, so Menne.

Zum Thema Wild am Kahlberg heißt es, dass durch die entstandenen Freiflächen Reh- und Schwarzwild aktuell „leider weniger Äsungs- und Rückzugsmöglichkeiten“ haben.

Das Waldstück Kahlberg könne weiterhin durch Spaziergänger genutzt werden, betont Dr. Menne. Allerdings solle man dem Wild zuliebe auf den vorhandenen Hauptwegen bleiben.

„Wir sind optimistisch, dass wir in den kommenden Jahren wieder einen stabilen und schönen Mischwald schaffen“, zeigt sich Menne zuversichtlich. Abhängig von der Naturverjüngung ist vorgesehen, die Wiederaufforstung in bis zu fünf Phasen zu realisieren. Jürgen Dumnitz

Blick auf den Kahlberg: Wie Streichhölzer liegen die gefällten Fichtenstämme herum. Durch neue Bäume soll ein Mischwald entstehen.

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