Weserfähre

Alt-Fährmann in Wahmbeck setzt auf Modell mit mehreren Fährführern

Zumindest bis zum Ende dieses Monats will der Wahmbecker Alt-Fährmann, so wie mit Bodenfeldes Bürgermeister Mirko von Pietrowski vereinbart, den Fährbetrieb auf der Weser zwischen Wahmbeck und Gewissenruh sicherstellen. 

Und er würde sich auch freuen, wenn es im nächsten Jahr weiter geht mit dem Fährschiff. Borchhardt hat den Eindruck, dass er nicht so richtig von der Fähre loskommt, nachdem er sich schon am Saisonende 2013 in den Ruhestand verabschiedet hatte. Mit den bisher drei Nachfolgern klappe es nicht. Die sprangen aus verschiedenen Gründen zwischendurch immer wieder ab.

Fährmann zu sein ist auch nicht leicht. Angehende Fährführer müssen 180 Tage „Praktikantenarbeit“ auf eben dem Fährschiff nachweisen, das sie fahren wollen. In der Regel ohne Lohn. Dazu kommt eine Prüfung vor einem Schifffahrtsamt, die aus einem theoretischen und einem praktischen Teil besteht. Zuletzt hatte Alt-Fährmann Borchhardt auf Petra Ilsemann gesetzt, die die Gierseilfähre bis vor ein paar Wochen gefahren ist.

Wie es in der „unschönen Angelegenheit“ nach ihrer Kündigung weitergeht, steht noch nicht fest. Bürgermeister Mirko von Pietrowski hat der bisherigen Fährführerin Gelegenheit gegeben, sich gegenüber der Gemeinde zu äußern. Petra Ilsemann sagte, dass es am Dienstagabend ein Gespräch gebe.

Die Fähre gehört dem Flecken, der mit der Pächterin vergangenen Herbst einen Vertrag abgeschlossen hat, den die Fährfrau „mit sofortiger Wirkung“ Anfang dieses Monats gekündigt hat (wir berichteten). Alt-Fährmann Borchhardt kann sich indes vorstellen, im nächsten Jahr zwei oder drei „rüstige Rentner“ oder auch andere Interessierte in den geforderten 180 Tagen auszubilden und sie mit seinem Wissen auf die Prüfung vorzubereiten.

„Dann könnte der Fährbetrieb ab 2021 so ähnlich wie in Oedelsheim laufen. Die zwei oder drei Fährführer müssten sich den Betrieb teilen und untereinander absprechen“, schlägt Wolfgang Borchhardt vor.

Er sei frustriert, wenn er immer wieder einzelne Leute betreut, die dann das Handtuch werfen. Wenn die Lokalpolitik ebenso ein Interesse am Fortbestand der Wahmbecker Fähre auf der Weser habe wie er und zustimmt, dann hätte der Fährbetrieb sicher eine Zukunft.

Arbeit, Verdienst, Verantwortung, Dienstzeit und Freizeit würden gleichmäßig auf mehrere Schultern verteilt. So könnte es klappen, dass die Fähre in den nächsten Jahren weiterhin in Betrieb sein könne. Das wünscht sich der Alt-Fährmann sehr.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.