Sieben Wochen Vollsperrung

Bahn modernisiert Strecke von Bodenfelde nach Göttingen

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Soll ab Sommer für mehrere Wochen Baustelle werden: Der Bereich vom Bahnhof in Bodenfelde über Offensen und Adelebsen bis nach Göttingen. Etliche Bahnschwellen unter den Gleisen sollen dabei erneuert werden.

Bodenfelde/Göttingen. Bahnkunden auf der Strecke zwischen Bodenfelde und Adelebsen müssen sich für den Sommer auf eine längere Sperrung der kompletten Strecke vorbereiten.

Das Unternehmen DB Netze kündigt eine Vollsperrung vom 22. Juni bis zum 7. August an. Der Grund sind Bauarbeiten am Bahnhof in Adelebsen, eine Erneuerung eines Bachdurchlasses bei Offensen sowie der Austausch von Schienen und Schwellen auf etwa 36 Kilometer Länge zwischen Ottbergen und Adelebsen.

In Adelebsen wird der Bahnhof über das Projekt „Niedersachsen ist am Zug“ modernisiert. Da soll die Bahnsteighöhe angepasst und der Belag mit einem Blinden-Leitsystem erneuert werden. Außerdem geht es um die Verbesserung der Bahnsteigausstattung, den Bau eines Witterungsschutzes und die Verbesserungen des Kunden-Informationssystems.

72 Kilometer neue Schienen

Mit einem Spezielumbauzug soll auf dem Streckenabschnitt Schotter gereinigt und teilweise ausgetauscht werden. Verbaut werden sollen etwa 72 Kilometer Schienen und 55.400 Schwellen. Neu einbauen soll der Spezialumbauzug 39.000 Tonnen Gleisbettschotter.

Vom Umbau betroffen sind auf dem Abschnitt insgesamt neun Bahnübergänge. Fünf davon sollen mit einem neuen Belag ausgestattet werden. Zudem soll eine Brücke neue Balken erhalten.

Die Gesamtkosten gibt Stefan Hunstock (Projektleitung Oberbau, Regionalnetze Nord der DB Netz AG mit Sitz in Göttingen) mit rund 22,4 Millionen Euro an.

Betreiber der Regional-Bahnstrecke ist laut Udo Diedrich (Leiter Regionalnetz Harz-Weser) die Nordwestbahn. Das Unternehmen will über den gesamten Bereich von Ottbergen bis Göttingen und umgekehrt während der Zeit der Vollsperrung einen Bus-Ersatzverkehr für Bahnreisende einrichten.

Kommentar von Jürgen Dumnitz:

Auf den ersten Blick ist die Vollsperrung der Regionalbahnstrecke zwischen Ottbergen und Göttingen während der Niedersächsischen Schulsommerferien über mehrere Wochen eine mittlere Katastrophe. Auf den zweiten Blick scheint die Vollsperrung aber die bessere Lösung zu sein.

Als Betreiber des Streckenabschnitts will die Nordwestbahn einen Bus-Ersatzverkehr einrichten. Da werden vermutlich nicht alle Verbindungen so rasch und pünktlich sein, wie beim Schienenverkehr.

Fraglich ist außerdem, ob alle Verbindungen in beide Richtungen mit Bussen aufrecht erhalten bleiben. Die DB will mit der Nordwestbahn in den nächsten Wochen mit Flyern für mehr Aufklärung bei den Fahrgästen sorgen. Bis dahin soll auch der Ersatz-Busfahrplan bekannt werden.

Trotzdem ist es gut, dass die Nordwestbahn sich in Kooperation mit DB Netz für die Variante Vollsperrung entschlossen hat, sonst würde es bei einer Baustelle in Teilbereichen vermutlich zu mehr Behinderungen über einen wesentlich längeren Zeitraum kommen.

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