Deutsche Meisterschaft im Zielspringen

Blauer Himmel in Bodenfelde für die Elite der Fallschirmspringer

Ein Fallschirmspringer landet auf einem Sportplatz, sein Fallschirm hat die Farben Schwarz-Rot-Gold. Es ist der Sportplatz der Gesamtschule Bodenfelde.
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Mit Schwarz-Rot-Gold: Dieser Springer hatte zur Deutschen Meisterschaft im Fallschirm-Zielspringen in Bodenfelde den passenden Fallschirm dabei.

Die Elite der nationalen Fallschirmspringer war am Wochenende in Bodenfelde zu bestaunen. Auf dem Gesamtschulgelände fanden Deutsche Meisterschaft und Deutschland-Cup im Zielspringen statt.

Bodenfelde - Neun Mannschaften mit 45 Springern griffen in Bodenfelde nach der Krone. Für alle galt, nach dem Sprung aus 1000 Metern Höhe auf dem IGS-Sportplatz eine runde Platte mit 15 Zentimeter Durchmesser mit dem Fuß am besten in der Mitte zu treffen. Jeder Zentimeter weiter entfernt war von Nachteil. Schlechtestes Ergebnis ist eine 16, also für alle, die mehr als 15 Zentimeter von der Mitte entfernt trafen.

Bevor die Sportler in 1000 Meter Höhe aus dem Hubschrauber von Andreas Goldhofer stiegen, um die ersten Sekunden im freien Fall und dann ein paar Minuten Schirmfahrt zu genießen, mussten sie einen Berg zur einige 100 Meter entfernten Landezone mit ihrem 15 Kilogramm schweren Fallschirm hinaufsteigen.

Dort wartete Flughelfer Leon Lill, der den Teams beim Einsteigen half, für Sicherheit und einen reibungslosen Ablauf sorgte. „Ich mache mir Kopfschmerzen, damit der Pilot keine hat“, sagte Lill. So achtete er genau darauf, dass genügend Kerosin im Tank ist. Nach zwei Durchgängen gab es einen Tankstopp und nach fünf Stopps musste Lill neues Kerosin aus Höxter holen.

Außerdem sorgte er dafür, dass Pilot Andreas Goldhofer regelmäßig seinen Kaffee erhielt. Dieser steuerte alle fünf Minuten den Landeplatz an, um neue Teams aufzunehmen. An den drei Tagen kommt er nach eigenen Angaben auf 64 000 Höhenmeter, was viel von seinem Airbus H 125 abverlange.

Verantwortlich dafür, dass die richtige Mannschaft zum richtigen Zeitpunkt startete, war Jörg Steinbach. Der Regensburger ist selbst eingefleischter Fallschirmspringer, der in seiner 41-jährigen Sportlaufbahn 3405 Mal gesprungen ist.

Regelmäßig zu springen ist das Wichtigste bei dem Sport, meint Steinbach. Etwa 100- bis 200 Mal springt man als Hobbysportler im Jahr. Anders ist es bei den Profis der Sportfördergruppe der Bundeswehr, die zur Elite der deutschen Fallschirmspringer gehören und 700 bis 1000 Sprünge im Jahr absolvieren.

Neun dieser Profis waren in Bodenfelde dabei, um ihr Können zu zeigen. Darunter auch der amtierende Weltmeister Stefan Wiesner. „Die Gegend hier ist schön, aber das Zielgelände ist mit seinen Bäumen sehr anspruchsvoll“, sagte der 38-Jährige, der bereits 17 Mal den Weltmeistertitel errungen hat. Beruflich springe er rund 900 Mal im Jahr. Hinzu kommen auch Tandem- und Spaß-Sprünge, denn Fallschirmspringen ist für ihn nicht nur Beruf, sondern auch sein Haupt-Hobby. In Bodenfelde will er seinen Titel aus dem Vorjahr verteidigen.

Veranstalter der Wettbewerbe war der Fallschirmclub Remscheid mit seinem Präsidenten Klaus Mathies, der den Verein 1971 gegründet hat und seitdem leitet. Mathies ist gebürtiger Uslarer und gehörte in den 1970-er Jahren erfolgreichen Teams an. Bereits im vergangenen Jahr veranstaltete Mathies die Titelkämpfe in Uslar, wo sie eigentlich auch dieses Jahr hätten stattfinden sollen. Dort sagte man sie aber wegen Corona ab.

Mathies fragte in Bodenfelde an: Sowohl Bürgermeister Mirko von Pietrowski als auch Northeims Landrätin Astrid Klinkert-Kittel als Hausherrin des Gesamtschul-Geländes waren sofort bereit und unterstützten das Vorhaben. So holte der Bürgermeister allein an die zehn fälligen Genehmigungen für den Verein ein.

„Das ist etwas Besonderes in der Region und einfach toll“, zeigte sich die Landrätin beim Besuch am Samstag beeindruckt. Ihrer Behörde oblag es, das Hygienekonzept zu kontrollieren, was schließlich auch für gut befunden wurde.

Von Roland Schrader

Aufgabenverteilung: Flughelfer Leon Lill (links) entlastete Pilot Andras Goldhofer(rechts) mit einigen Arbeiten.
Bei laufendem Rotor: Kaum gelandet, eilten die Fallschirmspringer zum Helikopter, der danach sofort wieder startete.

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