45-Jährige Frau alarmierte die Rettungskräfte

Vermeintlich abgestürzter Gleitschirmflieger löst bei Bodenfelde Großeinsatz aus - Das war es wirklich

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Personensuche am Maisfeldrand: Während die Feuerwehr das Maisfeld von allen Seiten ausleuchtete, bereiten (vorn im Bild) Helfer der Johanniter ihre Drohne für einen Kontrollflug über der vermeintlichen Absturzstelle vor. Inzwischen leuchtete auch der Mond (hinten links) am Nachthimmel.

Großeinsatz in Bodenfelde - gemeldet war ein abgestürzter Gleitschirmflieger in einem Maisfeld. Doch schnell stellte sich heraus, es war etwas ganz anderes.

Bodenfelde – Am Samstag blicke eine 45-jährige Frau aus Bodenfelde gegen 19.30 Uhr aus ihrem Wohnungsfenster und sah in über einem Kilometer Entfernung unterhalb des Buchenbergs einen vermeintlichen Gleitschirmflieder am Himmel. 

Der habe einen roten Schirm gehabt und sei plötzlich in ein Maisfeld abgestürzt, erzählte sie der Polizei, die daraufhin eine Suchaktion startete.

Gerade, als Feuerwehrleute aus Bodenfelde, Wahlsburg und Uslar mit der Suche im Maisfeld beginnen wollte, hieß es von den ermittelnden Polizeibeamten, dass Kinder in der Verlängerung des Nienoverer Wegs rund 200 Meter unterhalb des Maisfeldes mehrere Dutzend zusammengebundene und offenbar mit Gas gefüllte rote Herzluftballons gefunden hätten.

Kein Gleitschirm, sondern rote Herzchen-Luftballons einer Hochzeitsgesllschaft

Einige davon waren bereits geplatzt und unter den Ballons hing ein kleiner Schlüssel. Die Polizei vermutet, dass wohl „99 Luftballons“ von einer Hochzeitsgesellschaft westlich von Bodenfelde in den Himmel geschickt wurden. Vielleicht habe das Brautpaar ja irgendwo ein Vorhängeschloss angebracht und den Schlüssel dann mit den knalligen Ballons als Glücksbringer auf die Reise geschickt.

Zeugin blieb bei ihrer Aussage - er Einsatz wurde erneuert

Erster Einsatz in der Dämmerung: Gerade als Ralf Peters seine Feuerwehrkameraden zur Personensuche ins Maisfeld schicken wollte, hieß es von der Polizei, dass es wohl rote Luftballons statt ein Gleitschirmflieger am Abendhimmel waren. Der Einsatz wurde abgebrochen.

Doch die Bodenfelderin blieb bei ihrer Schilderung, obwohl die Feuerwehr schon quasi auf dem Rückzug war. Es sei ein Gleitschirm gewesen, „an dem unten etwas schwarzes hing, das wie ein Mensch aussah“, sagte die 45-Jährige der Polizei und auch der HNA Sollinger Allgemeine.

Zwei Drohnen wurden über dem Maisfeld einegesetzt

In der Folge ertönten in der Wesergemeinde erneut die Sirenen. Weil es inzwischen schon dunkel war, postierten sich Feuerwehrautos mit Lichtmasten rund um das mehrere Hektar große Feld oberhalb der Reithalle, um Ausschau nach dem vermeintlich Abgestürzten zu halten. Eine Drohne der Wahlsburger Feuerwehr stieg in der Dunkelheit auf, später eine zweite der Johanniter Unfallhilfe. Gefunden wurde nichts.

Auch ein Spezial-Polizeihubschrauber war im Einsatz

Inzwischen war von der Einsatzleitstelle der Polizei Göttingen ein Spezial-Polizeihubschrauber aus Hannover angefordert worden. Der traf gegen 21 Uhr ein, drehte vielleicht 150 Meter über dem Areal mit blinkenden Lichtern am Nachthimmel zwei, drei Runden und meldete dann an die Polizei am Boden, dass im Maisfeld und drumherum nichts Verdächtiges gesichtet wurde.

Suchaktion ergebnislos abgebrochen - Hundestaffel abbestellt

Kurze Zeit später wurde die Suchaktion ergebnislos abgebrochen und die rund 60 Personen, die am Einsatz beteiligt waren (Feuerwehren, Notarzt, Rettungsdienst), konnten abziehen. Auch einer angeforderten Hundestaffel aus Göttingen wurde abgesagt.

Recherchen der Polizei ergaben schon Samstagnacht, dass nirgends in der Sollingregion ein aufgestiegener Gleitschirmflieger vermisst wurde. Das bestätigte ein Polizeisprecher erneut am Sonntagmorgen.

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