Bodenfelder Einkaufsmarkt erweitert Angebot speziell für Flüchtlinge

Am Kennenlerntisch für Speisen: Bürgermeister Mirko von Pietrowski (von rechts) und Kerstin Lange von der Flüchtlingsinitiative des Weser-Ortes ließen sich wie etwa zwei Dutzend andere Kunden des Edeka-Marktes die Angebotserweiterung durch die Markt-Mitarbeiterin Necla Acar (links) erklären, die auch die Idee für das erweiterte Segment speziell für Flüchtlinge hatte. Foto: Dumnitz

Bodenfelde. Italienische Pizza und Pasta gehören ebenso wie spanische Paprika und Apfelsinen, holländische Tomaten und französischer Käse seit vielen Jahren zum festen Angebot in Supermärkten.

Diese und viele weitere multikulturelle Waren hielten Einzug in die Verbrauchermärkte, weil es eine Nachfrage dafür gab und gibt.

Und weil es in den Weser-Gemeinden Oberweser, Wahlsburg und Bodenfelde seit einiger Zeit durch die Ansiedlung von Flüchtlingen auch eine stärkere Nachfrage nach Speisen aus dem arabischen und kurdischen Raum gibt, hat der Bodenfelder Edeka-Marktbetreiber Benjamin Werner sein Angebot speziell um derartige Waren ergänzt. Am Freitag stellte seine Mitarbeiterin und Ideengeberin Necla Acar, die aus dem kurdischen Raum stammt, das erweiterte Angebot bei einem Treffen mit Bürgermeister Mirko von Pietrowski, etlichen Flüchtlingen und Kerstin Lange von der Flüchtlingsinitiative Bodenfelde in seinem Markt öffentlich vor.

Dabei durfte auch probiert werden: Datteln und andere getrocknete Früchte, Couscous, Tee und Ayran, ein Getränk aus Joghurt. Nachgefragt würden auch größere Gebinde von Reis und Tee für die Familienverbünde sowie Bebetos-Süßigkeiten mit Rindergelatine und diverse Gewürze für Speisen, sagte Benjamin Werner, der seit Juni 2015 Leiter des rund 900 Quadratmeter großen Geschäfts ist. Seine Mitarbeiterin Necla Acar sei für die spezielle Nachfrage die richtige Ansprechpartnerin, weil sie die kurdische und arabische Sprache spreche. Für sie sei das Projekt Angebotserweiterung für Flüchtlinge ein Teil einer Weiterbildung, sagte der Marktleiter.

Beitrag zur Integration

Die Angebotserweiterung in den Regalen werde schon gut angenommen, hieß es weiter. Bürgermeister von Pietrowski lobte die Initiative des Marktes. Seiner Ansicht nach ist das ein Beitrag zum gegenseitigen Verstehen und somit ein Schritt zur Integration der Menschen in der Oberweser-Region. Einkaufen in Bodenfelde sei durch die Initiative ein Angebot für alle Menschen, so der Bürgermeister. Kerstin Lange von der Flüchtlingsinitiative der Weser-Gemeinde lobte die praktische Hilfe des Edeka-Marktes. Von dem Angebot würden auch die Einheimischen profitieren, die so unter anderem auch die Speisen von Menschen aus anderen Kulturen kennenlernen können.

Der Beitrag sei eine wichtige Unterstützung der Integrations-Bemühungen, weil er ganz praktisch auf erweiterte Konsumbedürfnisse reagiere.

Im Dialog, so der Bürgermeister, habe man ganz nebenbei erfahren, was es für muslimische Flüchtlinge etwa aus Syrien, dem Irak oder Afghanistan bedeutet, ihren religiösen Anschauungen entsprechende Lebensmittel kaufen zu können.

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