Platz an der Werkbank

Bodenfelder Holzkohlehersteller Pro Fagus bildet junge Leute erfolgreich aus

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In der Ausbildungswerkstatt: Der Auszubildende Daniel Nerstheimer (von links, mit Ausbilder Thorsten Kohle) zeigt in der Lehrwerkstatt der Firma Pro Fagus in Bodenfelde sein „Gesellenstück“ – ein selbst gebauter und handbetriebener Bandschleifer.

Bodenfelde. In der Bodenfelder Firma Pro Fagus wird seit vielen Jahrzehnten Holzkohle hergestellt. Damit der Betrieb läuft, arbeiten derzeit rund 150 Beschäftigte in dem Unternehmen. Darunter etliche Auszubildende.

Pro Fagus bildet seit Jahren in mehreren Berufen aus. Beispielsweise Industriemechaniker und Elektroniker für Betriebstechnik, Chemikanten und auch Kaufleute. Betreut und gefördert werden sie unter anderem in der Lehrwerkstatt des Unternehmens, das seinen Mitarbeitern während der Arbeitszeit kostenlose Getränke und den Auszubildenden sogar kostenloses Mittagessen bietet.

Üblicherweise dauert eine Ausbildung zum Mechaniker dreieinhalb Jahre. „Voraussetzung sind ein Realschulabschluss und gute mathematische Kenntnisse“, sagt Andrew Houseman, der den Bereich Mechanische Instandhaltung bei Pro Fagus leitet. Bei Eignung habe man aber auch schon Hauptschüler eingestellt.

An XXL-Rohholz-Essigtanks auf dem Firmengelände: Andrew Houseman ist Leiter der Mechanischen Instandhaltung des Betriebes mit rund 150 Mitarbeitern am Standort in Bodenfelde und kümmert sich auch mit um die Ausbildung des Nachwuchses.

Für den Betrieb und auch für den interessierten Jugendlichen sei es gut, wenn man sich bei der praktischen Arbeit kennenlernt. Ein Praktikum bringe oft schon Klarheit, ob der Job einem Spaß machen könnet und ob man dem Betrieb als geeigneter Kandidat erscheine. „Das funktioniert gut“, sagt Houseman. Die Lehrlinge arbeiten im Unternehmen mit und haben im ersten Jahr zwei Tage, danach einen Tag Berufsschule in Northeim. In der Lehrwerkstatt gibt es die praktische Ausbildung, mit der Feile am Schraubstock ebenso wie mit speziellem Schweißen und der Herstellung von Werkzeugen, die im Unternehmen benötigt werden.

Begeisterter Griller

„Die Ausbildung ist sehr abwechslungsreich“, sagt Daniel Nerstheimer (27) aus Hann. Münden, der als leidenschaftlicher Griller schon lange Fan der Pro Fagus-Holzkohle ist und deshalb Kontakt zu dem Unternehmen aufnahm.

Drei Jahre lang fuhr er täglich mit seinem Auto zur Arbeit, jetzt hat er die Ausbildung mit der praktischen Note 1 abgeschlossen und gute Aussichten, auch über das garantierte eine Jahr hinaus, dauerhaft und fest angestellt zu werden.

Mit Schutzbrille im firmeneigenen Labor: Chemielaborant Daniel Gebhard muss regelmäßig diverse Flüssigkeiten aus dem Produktionsprozess prüfen und die Ergebnisse dokumentieren.

Bezahlung nach Tarif

Bezahlt wird in Bodenfelde nach Tarif mit Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Auch die Arbeitskleidung wird gestellt. Schichtarbeit gibt es für die Mitarbeiter der Werkstatt und des Labors nicht, nur für die Beschäftigten in der Produktion, die fast das ganze Jahr über laufe.

Im firmeneigenen Labor werden verschiedene Flüssigkeiten vom Holzessig bis zu Rohteer und viele weitere chemischen Verbindungen ständig kontrolliert und etwa die Reinheit der Werkstoffe analysiert. „Laboranten werden hier zwar beschäftigt, aber nicht mehr ausgebildet“, sagt Daniel Gebhard. Er ist Laborant und Teil der Pro Fagus-Mannschaft.

Wer keine Angst vor schwarzem Kohlestaub hat und einen abwechslungsreichen Beruf lernen will, der solle einfach Kontakt aufnehmen, empfiehlt Andrew Houseman.

Internet: https://profagus.de

Übung macht dem Meister: Der Auszubildende Timo Hasenkopf schweißt zwei Rohre als Teil seiner Ausbildung zusammen. Die Übung machte er für einen Teil seiner Prüfung.

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