CORONAVIRUS-PANDEMIE

Bodenfelder Zahnärztin mit großer Sorge

Cornelia KnochenmußZahnärztin

Bodenfelde – Große Sorgen um ihre Mitarbeiter, ihre Praxis und ihren Berufsstand macht sich die Bodenfelder Zahnärztin Cornelia Knochenmuß während der Corona-Krise.

Grund ist, dass bei allen Maßnahmen der Bundesregierung im Gesundheitsbereich die Zahnärzte bisher als nachrangig relevant eingestuft werden. Die Folge: Praxen wie die von Cornelia Knochenmuß kämpfen um ihre Existenz. Denn die Patienten bleiben aus Angst vor Corona weg, es folgen Einnahmeausfälle.

Die Praxis Knochenmuß fährt nur den Dienst weiter für Schmerzpatienten, das ist vorgeschrieben. Schließen dürfte sie die Praxis gar nicht, das verfüge allein das Gesundheitsamt oder die Regierung. Denn Zahnärzte sind aufgrund der Kassenärztlichen Zulassung verpflichtet, in Notfällen und Schmerzpatienten zu behandeln.

Aber unter den Rettungsschirm des Bundes, der für Krankenhäuser und die Wirtschaft aufgespannt wurde, sind die Zahnärzte nicht mitgenommen worden. „Wir werden hängengelassen, obwohl wir am dichtesten an den Patienten arbeiten“, sagt die Bodenfelder Zahnärztin, die mit ihrer Kollegin Kristin Bäcker zwei Teams gebildet hat, um die Behandlung der Schmerzpatienten fortsetzen zu können, falls es ein Team erwischen sollte.

Beinahe wären Mundschutz und Desinfektionsmittel ausgegangen, weil zunächst nichts zu bekommen war. Visiere und Hauben sind zwar bestellt, aber auch noch nicht angekommen. Die Schutzausrüstung muss die Bodenfelder Zahnärztin selbst finanzieren, vom Bundesbeschaffungsamt bekommt sie im Gegensatz zu Kliniken und Ärzten nichts ab.

Aber ohne diese Schutzmaßnahme könne man gar nicht behandeln. Beim Bohren zum Beispiel entstehe allein durch den Sprühnebel eine enorme Infektionsgefahr. Kaum einer arbeite so dicht am Patienten wie der Zahnarzt und sein Personal.

Cornelia Knochenmuß hat inzwischen Kurzarbeit angemeldet, aber auch versichert, ihre Patienten nicht im Stich zu lassen. Die meisten zeigten Verständnis, dass zurzeit nur die mit Zahnschmerzen behandelt werden.

Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung fordert von der Bundesregierung einen finanziellen Schutzschirm. Ähnlich äußerte sich die Bundeszahnärztekammer. Das Bundesgesundheitsministerium hatte zuletzt verkündet, zu prüfen, ob auch Zahnärzte mit Ausgleichszahlungen vor finanziellen Ausfällen geschützt werden. Bislang gebe es noch keine Entscheidung.

Cornelia Knochenmuß berichtet dazu von einem Kollegen, der in einem Protestbrief an den Bundesgesundheitsminister Jens Spahn eine Zahnarzthelferin zitierte. Sie sagte, dass man die Zahnärzte bisher im Corona-Regen stehen lasse. fsd Foto: Privat/nh

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