Kirchenkreis Leine-Solling sucht Käufer

Weser-Haus Wahmbeck: Aus fürs Freizeitheim

Rettungsversuch gescheitert: Der Trägerverein des Weser-Hauses Wahmbeck (ehemaliges Freizeitheim) wollte die Einrichtung an der Weserstraße 22 weiterführen. Jetzt hat der Kirchenkreis Leine-Solling als Besitzer des Anwesens den Vertrag gekündigt. Archivfoto: Dumnitz

Wahmbeck. Der Vorstand des Kirchenkreises Leine-Solling sieht die Zukunft des Weser-Hauses Wahmbeck – besser bekannt als Freizeitheim – in Gefahr.

In der jüngsten Sitzung mit dem Vorsitzenden des Vereins Weser-Haus Wahmbeck, Volker Mazet, und weiteren Vertretern, würdigte der Kirchenkreisvorstand die Initiative und den Einsatz des Vereins zur Rettung des Hauses. Gleichzeitig wurde der bestehende Kooperationsvertrag gekündigt, damit das Haus verkauft werden kann.

Der im Juli 2014 gegründete Verein wollte das Freizeitheim ab Januar 2016 als Betreiber weiterführen, verfügt aber nicht über eigenes Kapital für notwendige Investitionen oder den Kauf des Hauses. Deshalb sollte der Kirchenkreis weiterhin Eigentümer des Hauses bleiben und für Investitionen zahlen. Auch der Flecken Bodenfelde sei nicht in der Lage, Geld für Investitionen zum Weiterbetrieb zur Verfügung zu stellen, heißt es in der Pressemitteilung des Kirchenkreises.

Am Montag wurden Einrichtungsleiterin Ina Greinert und ihre zehn Mitarbeiter-Kollegen über die Veränderungen informiert. Der Kirchenkreis habe sich „intensiv um die Rettung des Hauses bemüht“, heißt es. Er sehe sich aber außer Stande, die Kosten allein zu tragen, um den Betrieb zu sichern und das Haus konkurrenzfähig zu halten.

Bereits 2006 stimmten die Zahlen in der Einrichtung an der Weser nicht mehr. Fehlende Zuschüsse und weniger Gäste sorgten für ein Ungleichgewicht. Noch mehr, als umliegenden Kirchenkreise die Zuschüsse für das Freizeitheim 2012 komplett einstellten.

Eine Suche nach Investoren blieb erfolglos. Anfang dieses Jahres wurde ein neuer Trägervereins-Vorstand gewählt, der für den Fortbestand des Hauses kämpfte, aber auch kein Geld hat. Somit ist der Rettungsversuch des Vereins gescheitert, den der Bodenfelder Ratsherr Reinhard Papesch als Vorsitzender des Kirchenkreises über eine Arbeitsgruppe mit initiiert hatte.

Der Verein hatte zunächst die Möglichkeit gesehen, über Zuschussgeber und finanzstarke Partner den Fortbestand der Einrichtung sichern zu können. Das gelang laut Kirchenkreis-Mitteilung ebenso nicht, wie ein tragfähiges Konzept zu erarbeiten. „Viel Zeit verstrich, ohne dass nennenswerte Erfolge erzielt werden konnten“, heißt es weiter.

Der Kirchenkreisvorstand sieht sich nicht in der Lage, weiter Geld für Investitionen in beträchtlicher Höhe bereitzustellen, um den Fortbestand des Freizeitheims nachhaltig zu sichern. Deshalb soll das Haus zum 31. Dezember geschlossen werden, weil es laut dem stellvertretenden Superintendenten Bernd Ranke keine Alternative zum Kirchenkreistagsbeschluss von 2012 gebe, der das Aus des Freizeitheims vorsieht. (jde)

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