Immer mehr Schwerlastverkehr

Anwohner in Bodenfelde sorgen sich um Bahnhofstraße

Umschlagplatz: Auf dem Platz hinter dem Bodenfelder Bahnhof werden seit vielen Jahrzehnten große Mengen Holz aus dem Solling mit Lastwagen angefahren, gelagert und auf Güterzüge (l.) verladen.
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Umschlagplatz: Auf dem Platz hinter dem Bodenfelder Bahnhof werden seit vielen Jahrzehnten große Mengen Holz aus dem Solling mit Lastwagen angefahren, gelagert und auf Güterzüge (l.) verladen.

Der Verkehr mit Holzlastwagen in Bodenfelde nimmt zu. Anwohner der Bahnhofstraße machen sich Sorgen um den Straßenzustand.

Bodenfelde - Seit vielen Jahren wird über die Bahnhofstraße in Bodenfelde Holz von Lastwagen auf einen verpachteten Lagerplatz gefahren. Dort sind die tonnenschweren Baumstämme (meist Fichte) manchmal wochenlang meterhoch gestapelt, bevor sie auf Spezialwaggons von Güterzügen umgeladen und schließlich abtransportiert werden.

Jetzt sorgen sich Anwohner der Bahnhofstraße, die an der Kreis-Sparkasse beginnt und hinter der Poststraße bis zum Bahnhofsgebäude weiterführt, weil der Zustand der Straße nicht mehr so gut ist. Sie befürchten, dass sie bei einer möglichen Sanierung oder Erneuerung mit zur Kasse gebeten werden.

Karl-Heinz Schwaja und Detlef Rolf ärgert, dass immer größere und schwer beladenen Langholzlastwagen auf den Straßen fahren. Die Fahrbahnen seien einst gar nicht für derartige Lasten gebaut worden. Ihrer Ansicht nach müsste eine andere Lösung gefunden werden, damit der Schwerlastverkehr die Straßen im Ort nicht weiter kaputt fährt.

Das ist aber nicht nur an der Bahnhofstraße in Bodenfelde so. Wenn Fahrzeuge über Straßen fahren, sorgt das früher oder später für Schäden. Bodenfeldes Bürgermeister Mirko von Pietrowski sagt auf Anfrage der HNA, dass er zwar ein gewisses Verständnis für die Anlieger habe, aber seiner Ansicht nach ein Neuausbau der Bahnhofstraße von der Einmündung der Landesstraße an der Ortsdurchfahrt bis zum Bahnhof nötig ist, damit die Bahnhofstraße auch weiterhin von allen Fahrzeugen (auch Schwerlastverkehr) befahren werden und der Holzumschlagplatz weiter wirtschaftlich genutzt werden kann.

Der Flecken arbeite seit 2019 mit der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (Wolfenbüttel) an einem Mehrjahresprogramm zum Ausbau der Bahnhofstraße, das Baumaßnahmen ab 2022 oder 2023 vorsieht. Die Bahn (DB Station & Service AG), die den mehrgleisigen Bahnhof des Fleckens seit drei Jahren über das Programm „Niedersachsen ist am Zug III“ barrierefrei umbauen und modernisieren will und die Umsetzung von Jahr zu Jahr verschiebt – zuletzt auf Ende Januar 2022 – stelle auch für eine Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes Geld zur Verfügung.

Und die Gemeinde Bodenfelde habe vielleicht auch Aussicht auf weiteres Fördergeld für die Aufwertung, wenn Anträge rechtzeitig gestellt werden, heißt es von der Verwaltung. Man müsse dafür aber mit Ver- und Entsorgern sowie etwa Netzbetreibern sprechen, die sich durch das Erneuern von Leitungen beteiligen würden, damit so die Kosten insgesamt gesenkt werden und nach Einrechnung aller Zuschüsse die finanzielle Beteiligung der Anlieger auf Grundlage der vom Gemeinderat beschlossenen Straßenausbaubeitragssatzung möglichst gering ist. Wenn sich möglichste Viele an einem solchen Straßenausbau beteiligen, sei die Beitragslast für den Einzelnen nicht so hoch.

Entschieden sei aber noch gar nichts, betont der Bürgermeister. Bei Bedarf müsse man in den zuständigen politischen Gremien des Fleckens unter Beteiligung der Anwohner reden, um so die beste Lösung als Kompromiss zu finden. Schwaja berichtet, dass seine Familie 1978 beim Ausbau der Bahnhofstraße 6000 D-Mark (rund 3000 Euro) bezahlt hat. Er würde begrüßen, wenn der Schwerlastverkehr über das Pro-Fagus-Gelände auf den Holzverladeplatz an den Bahnschienen gelangen könnte. Er wisse von einer Art Überfahrtsrecht. So bliebe die Bahnhofstraße verschont. Jürgen Dumnitz

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