Fundstücke im Fundbüro

Von Ketten bis Bettlaken: Bodenfelder Rathaus ist Sammelstelle

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Voll mit Fundsachen: Nicole Michalke aus dem Bürgerbüro Bodenfelde zeigt eine Kiste, in der unter anderem Schmuck, eine Ladestation für Handys und ein Autoschlüssel lagern. 

Bodenfelde. Ob mobile Festplatte oder ein noch verpacktes Bettlaken: Bei den Fundstellen der Städte und Gemeinden landen Gegenstände aller Art. Doch wie lange müssen die Behörden die Fundsachen aufbewahren? Und gibt es ein Recht auf einen Finderlohn? 

Wir haben das Fundbüro in Bodenfelde besucht und die wichtigsten Fragen geklärt. 

Wie lange müssen die Fundstellen abgegebene Sachen aufbewahren?

"Die Aufbewahrungsfrist beträgt ein halbes Jahr“, erzählt Nicole Michalke. Die 46-Jährige arbeitet im Bürgerbüro Bodenfelde und ist unter anderem für die Fundsachen zuständig. „In dieser Zeit müssen wir die Sachen bei uns lagern.“

Was passiert, wenn die Sachen nach sechs Monaten niemand holt?

„Dann verkaufen wir sie“, so Michalke. Nach einer Schätzung des Wertes können Interessierte beim Bürgerbüro nach den Sachen fragen. Das gelte aber nicht für alle Gegenstände. So werden etwa Schlüssel nach Ablauf der Frist aus Sicherheitsgründen zerstört. Aber Achtung: Die Eigentümer haben insgesamt drei Jahre Anspruch auf ihre Gegenstände, was auch bei einem Verkauf gelte. Dass sich die Besitzer nach den sechs Monaten noch melden, sei aber unwahrscheinlich und in Bodenfelde noch nicht vorgekommen.

Wann wird der Finderlohn gezahlt?

Bei der Abgabe einer Fundsache frage Michalke den Finder, ob er den Lohn möchte oder nicht. „Wer einen Finderlohn beansprucht, bekommt bei einem Wert bis 500 Euro einen Anteil von fünf Prozent.“ Alles, was diese Summe übersteigt, wird zusätzlich mit drei Prozent berechnet. „Aber die meisten Leute verzichten auf den Lohn“, sagt Michalke.

Wie viele Gegenstände werden pro Jahr abgegeben?

„In Bodenfelde bekommen wir durchschnittlich zwischen 15 und 20 Sachen“, berichtet Michalke. Davon würden rund nur ein Drittel wieder abgeholt. Bei manchen Gegenständen wundere sie sich aber, warum niemand danach frage. „Wir haben hier einen modernen Autoschlüssel“, sagt sie. „Das ist ja keine Kleinigkeit. Dafür lohnt es sich doch, zum Büro zu gehen.“

Gibt es typische Auffälligkeiten von Fundsachen und -orten?

Häufig lagern im Keller des Bürgerbüros in Bodenfelde Fahrräder. „Das ist eine Art Dauerbrenner“, sagt Michalke. Auch Handys landen immer wieder auf ihrem Schreibtisch. „Und viele lassen Gegenstände bei Touren auf dem Weserradweg liegen, wie etwa Sonnenbrillen.“

Versucht das Fundbüro, die Eigentümer ausfindig zu machen?

Ja, dazu sind sie laut Michalke auch verpflichtet – solange es nicht unmöglich ist, den Besitzer herauszufinden. „Bei einem Handy, das abgegeben wurde, rief ständig eine Nummer an. Von einem Bürotelefon haben wir diese zurückgerufen, und hatten den Besitzer an der Leitung“; erzählt sie. „Dieser Mann war darüber auch sehr dankbar. Das ist allerdings leider nicht immer der Fall. Einige sehen das als selbstverständlich an.“

Wie sind die Öffnungszeiten des Fundbüros in Bodenfelde?

Das Funbüro an der Amelither Straße 23 hat an Werktagen immer von 8.30 bis 12 Uhr geöffnet. Zusätzlich können Bürger das Büro montags von 14 bis 15.30 Uhr, dienstags von 14 bis 17 Uhr und donnerstags von 14 bis 18 Uhr besuchen. Am Wochenende hat die Gemeindeverwaltung Bodenfelde geschlossen.

Kontakt: Bürgerbüro Bodenfelde, Nicole Michalke, Tel. 0 55 72 / 93 69 15

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