Schutz für 700000 Euro im Bereich des Schäferborn-Quellgebietes

Für Gefahrgut-Transporte gesperrt: Die Landesstraße 551 soll auf einem rund 600 Meter langen Teilstück zwischen Amelith und Nienover im Einzugsbereich der für die Trinkwasserversorgung wichtigen Schäferbornquelle saniert werden. Archivfotos: Dumnitz

Für drei Monate soll die Schinkeltriftstraße des Fleckens Bodenfelde vom Schloss Nienover bis zur Bundesstraße 241 bei Amelith ausschließlich für Linienbusse befahrbar sein. Der Grund: ein 600 Meter langes Teilstück der Landesstraße 551 zwischen Amelith und Polier soll saniert werden. Das ist im Einzugsbereich der Schäferbornquelle.

Bodenfelde. Drei Monate lang sollen die Bauarbeiten für ein Oberflächenwasser-Ableitsystem im Bereich der Schäferbornquelle auf der Landesstraße 551 zwischen Amelith und Nienover mit der Sanierung dauern. In der Zeit wird der Abschnitt komplett gesperrt – weite Umwege müssen während der Bauzeit in Kauf genommen werden.

Über das 700 000 Euro teuere Bauvorhaben der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (Bad Gandersheim) informierte Bodenfeldes Bürgermeister Mirko von Pietrowski in der jüngsten Sitzung des Ortsrates Nienover. Im Vordergrund der Maßnahme steht danach der Schutz der Schäferbornquelle, denn bisher gibt es kein gesondertes Ableitsystem für das Oberflächenwasser von der kurvenreichen Landesstraße im Quellgebiet.

Zwar ist die Strecke für Gefahrguttransporte generell gesperrt, es komme laut von Pietrowski aber immer wieder zu Verstößen. Außerdem nutzten die Strecke in den vergangenen zehn Jahren immer mehr Verkehrsteilnehmer als Abkürzung. Bei vorausgegangenen Sperrungen der Bundesstraßen 241, 80 und 83 hätten viele Fahrer die Straße quasi als inoffizielle Umleitungsstrecke genutzt. Um gesundheitsgefährdende Verunreinigungen etwa durch schmutziges Oberflächenwasser oder nach Havarien im sensiblen Quellgebiet zu vermeiden, soll jetzt ein Ableitsystem am Straßenrand auf dem Teilstück installiert werden.

Sonderregelung für Busse

Alle Verkehrsteilnehmer müssen während der Sperrung, die je nach Wetterlage im Frühjahr beginnen soll, weite Umwege fahren. Weil die Landesstraße zudem eine Hauptverkehrsstraße für den Linienbusverkehr ist, soll es für Busse eine Sonderregelung geben. Busse sollen die derzeit noch desolate Schinkeltriftstraße nahe des Jagdschlosses Nienover jeweils in die eine und andere Richtung nutzen können.

Das ist möglich, wie Versuche mit einem 12,50 Meter langen Niederflurbus ergeben haben. Ein Begegnungsverkehr auf der äußerst schmalen Fahrbahn am Waldrand sei hingegen ausgeschlossen.

Laut Bürgermeister sollen zwei Schranken installiert werden, die nur von Busfahrern für eine Durchfahrt geöffnet werden können. Das bedeutet, dass auch Anlieger die Schinkeltriftstraße nicht befahren können und dürfen.

Die Straße mit vielen Schlaglöchern im stark ramponierten Asphaltbelag soll zuvor noch an den schlimmsten Stellen mit Schotter „ertüchtigt werden“, wie es Pietrowski formuliert.

Die Fahrbahnbreite der sanierten Landesstraße 551 soll unverändert bleiben. Laut Planung sind Betonschutzwände vorgesehen, Bordanlagen in Einfahrts- und Parkplatzbereichen, Straßenabläufe, Rosten in ausreichenden Abständen, ein Regenwasserkanal sowie eine Anlage zur Reinigung von Niederschlagswasser von der Fahrbahnoberfläche.

Kosten zahlt das Land

Die Kosten von 700 000 Euro trägt das Land Niedersachsen. Der Wasser- und Abwasserzweckverband (WAZ) Solling, der für den Betrieb der Schäferbornquelle zuständig ist, zahlt laut Geschäftsführer Joachim Hawranke rund 40 000 Euro für die nötigen Planungs-Leistungen.

Die Entwässerung der Fahrbahn und der Nebenanlagen erfolgt bisher laut Bodenfeldes Bürgermeister nur partiell an den Fahrbahnrändern in Straßenseitengräben und ansonsten über eine zweireihige Bordrinne in den Seitenbereich.

Von Jürgen Dumnitz

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