Hochwasser im Landkreis Northeim

Serie Hochwasserschutz (9): Die Wesergemeinde Bodenfelde ist vorbereitet für unterschiedliche Pegelstände

Die Uferpromenade am Weserbogen ist regelmäßig überflutet: Der Mündungsbereich des Reiherbachs (rechts) in Bodenfelde ist bei höheren Wasserständen (wie im Bild im Frühjahr 2018) eine Einheit mit dem Weserwasser.
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Die Uferpromenade am Weserbogen ist regelmäßig überflutet: Der Mündungsbereich des Reiherbachs (rechts) in Bodenfelde ist bei höheren Wasserständen (wie im Bild im Frühjahr 2018) eine Einheit mit dem Weserwasser.

Der Flecken Bodenfelde ist mit den Ortschaften Bodenfelde und Wahmbeck von jeher aufgrund der Nähe zur Weser, zum Reiherbach und der Wanebeke mit Hochwasser konfrontiert.

Bodenfelde – Die vorläufig zu sichernden sowie gesetzlich festgesetzten Überschwemmungsgebiete sind deshalb in der kommunalen Bauleitplanung besonders berücksichtigt. Außerdem weise die Gemeinde bei nötigen Stellungnahmen explizit auf mögliche hydraulische Gebietseinschränkungen hin, heißt es auf Anfrage von Bürgermeister Mirko von Pietrowski.

Die Weser unterliege starken Wasserstands-Schwankungen. Seit Jahren verschlechtere sich die Niederschlagssituation durch extremes Niedrig- oder extremes Hochwasser. Lokale begrenzte Starkregenereignisse wirkten sich aber bisher eher weniger auf den Pegelstand aus.

Wegen der sich verändernder Nutzungsinteressen fordert der Flecken als Anrainer gegenüber der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes immer wieder, dass die Zweckbestimmung der Edertalsperre, nämlich deren Errichtung zum Hochwasserschutz für die Eder, die Fulda und die Weser, verfolgt wird. Letztendlich diene die Weser auch als Vorfluter für das im Gemeindegebiet entstehende Abwasser mit dem anfallenden Niederschlagswasser.

Hochwasser in Bodenfelde und Wahmbeck: Straßeneinläufe und Regenwasserkanäle werden regelmäßig gereinigt

Straßeneinläufe und Regenwasserkanäle würden regelmäßig gereinigt – Rückstauebene sei die Straßenoberfläche vor den Grundstücken. Das bedeutet, dass unter dieser Rückstauebene liegende Räume von den Eigentümern mit einer Absperrvorrichtung gegen Rückstau abgesichert sein müssen.

Im Flecken Bodenfelde besteht auch ein Hochwasseralarmplan, der ein Melde- und Warnsystem umfasst, das dem Zweck dient, durch entsprechende Maßnahmen und Sicherheitsvorkehrungen die Bevölkerung und hochwassergefährdete Einrichtungen vor vermeidbaren Hochwasserschäden zu schützen.

Darin werden bei Erreichen verschiedener Wasserstands-Meldestufen entsprechende adäquate Maßnahmen getroffen, die unter anderem von der Entfernung der Bänke am Ufer über das Absperren von Straßen bis hin zur Bereitstellung von Sandsäcken für die Bevölkerung reichen. Gewarnt werde die Bevölkerung ab der Meldestufe 3 und beim Pegelstand 5,70 Meter in Hann. Münden werde der lokale Hochwasserkrisenstab mit verschiedenen Akteuren von Hilfseinrichtungen einberufen.

Hochwasser in Bodenfelde und Wahmbeck: Was bei einem Mega-Starkregenereignis passiert, lässt sich aus Sicht des Fleckens nicht darstellen

Präventiver Hochwasserschutz ist mit Baumaßnahmen am Reiherbach im Einmündungsbereich der Weser bereits umgesetzt, heißt es vom Bürgermeister.

Jüngst wurden Planungen für Renaturierungsmaßnahmen (Rückbau einer Wehranlage an der Papiermühle am Ortsrand) abgeschlossen, die eine Verbesserung der gesamthydromorphologischen Situation des Reiherbachs als Ziel verfolgt. Durch die Umsetzung würden Retentionsräume in der freien Landschaft gestärkt. Das sei ein weiterer Beitrag zum Hochwasserschutz.

Was bei einem Mega-Starkregenereignis passiert, lässt sich aus Sicht des Fleckens nicht darstellen, heißt es abschließend vom Bürgermeister. (Jürgen Dumnitz)

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