Von der Oberweser nach Los Angeles

Sieben Monate Hollywood:  Bodenfelder arbeitete an Independence Day II mit

Stolz, Teil eines so großen Projekts zu sein: Tim David Müller-Zitzke mit einem Plakat von Independence Day II. Foto:  dpa

Bodenfelde. Von der Oberweser zu den Hollywood Hills. Diesen beruflich nicht gerade zwangsläufigen Weg hat Tim David Müller-Zitzke geschafft.

Der 22-Jähige aus Bodenfelde, der 2012 am Gymnasium Uslar sein Abitur gemacht hat, war zunächst als Praktikant, dann als Mitarbeiter an der Produktion von Independence Day II dabei. Der neue Film von Roland Emmerich läuft gerade in den Kinos. Sieben Monate, von Oktober bis April, hat Müller-Zitzke in Los Angeles gelebt und gearbeitet.

„Ich kann Schulabgänger nur ermutigen, groß zu denken und die eigenen Träume zu leben“, sagt der Student, der in Bremerhaven Digitale Medienproduktion studiert. Fragen koste nichts. Man habe nichts zu verlieren. So habe es bei ihm auch funktioniert.

Einfach gefragt 

Als Volker Engel, der für die visuellen Effekte des ersten „Indepedence Day“-Films den Oscar bekam und Co-Produzent des zweiten Teils ist, eine Vorlesung an der Hochschule seiner Heimatstadt Bremerhaven hielt, fragte Müller-Zitzke im Anschluss nicht wie seine Kommilitonen nach einem Autogramm, sondern nach einem Praktikumsplatz.

Engel machte keine Versprechen, der Student sollte aber seine Bewerbung schicken. Mehrere Monate später, der 22-jährige war bereits kurz davor, bei einem anderen Unternehmen ein Praktikumsangebot anzunehmen, meldete sich eine Produzentin aus Volker Engels Team. Er hatte das Praktikum.

So wurde er nach eigenen Worten Teil des bis zu 40-köpfigen Teams von Volker Engel, das an dem Film arbeitete. Die Firma von Co-Produzent Engel machte allerdings die digitale Bearbeitung des Streifens nicht allein. Zahlreiche Aufträge wurden auch an Subunternehmen vergeben, berichtet er.

„Es war ein tolles Gefühl, ein Teil von einem so großen Projekt sein zu dürfen“, sagt der Student. Neben der Weltpremiere in Los Angeles, an der er vor einigen Wochen teilnehmen durfte, hat er den Film inzwischen auch mit Familie und Freunden auf Deutsch gesehen.

Darin taucht er nicht nur als Name im Abspann auf, er ist in einer Szene auch zu sehen. Als kurzfristig Komparsen gesucht wurden, sprang er zusammen mit anderen aus dem Team ein.

Die Aliens haben den Wolkenkratzer Burj Khalifa in Dubai mit einem Raumschiff angesogen und lassen ihn wieder in London auf einen belebten Platz fallen. Einer der fliehenden Menschen ist der Student aus Bodenfelde. „Ich bin der Mann im Anzug.“

Gedreht wurde sie Szene auf einem Parkplatz. „Die einzelnen Menschen wurden hinterher ausgeschnitten und in die Szene montiert“, erklärt der Bodenfelder.

Studienabschluss 2017 

Im kommenden Jahr will Müller-Zitzke, der neben dem Studium auch als Fotograf arbeitet und mit Kommilitonen eine kleine Werbeagentur gegründet hat, sein Studium mit dem Bachelor abschließen. Wie es anschließend für ihn beruflich weitergeht, weiß er noch nicht genau. Sein Ziel ist aber, die Fotografie und die Arbeit an Filmprojekten auszubauen, gerne auch wieder in Hollywood.

Mehr zum Thema in der Mittwochausgabe der Northeimer und der Sollinger HNA

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