Ministerium in NRW setzt auf Modell der Nachbarschaftshilfe

Ausbildung im Büro der Nachbarschaftshilfe: Im Laufe der über vier Jahre Projektarbeit wurden rund 45 Jungen und Mädchen auf die Arbeit mit älteren und pflegebedürftigen Menschen vorbereitet. Unser Bild entstand im Herbst 2012. Archivfoto: Dumnitz

Bodenfelde. Seit über vier Jahren kümmern sich Mitarbeiter des Vereins Nachbarschaftshilfe Bodenfelde um die Förderung der sozialen Kompetenz von Jugendlichen.

40.000 Euro Preisgeld gab es 2010 für das Projekt „Jugend + Pflege + Beruf im Dialog“ über den Ideenwettbewerb Pflege Niedersachsen, bei dem Jungen und Mädchen im Teenageralter sich um ältere und teils pflegebedürftige Menschen kümmern. Die ausgezeichnete Idee hat jetzt das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen übernommen.

In dem Projekt „Servicebrücken Jugend – Alter“ sind alle 53 Kreise und kreisfreien Städte in Nordrhein-Westfalen mit einbezogen. Es geht dabei unter anderem auch um den Aufbau von Taschengeldbörsen. Ziel dieser Börsen ist es, den Kontakt zwischen älteren oder mobilitätseingeschränkten Menschen und Jugendlichen herzustellen, die für die nachfragenden Haushalte einfache Unterstützungsleistungen im Tausch gegen ein kleines Taschengeld verrichten.

Die Kooperation zwischen den Generationen sind ein wichtiger Beitrag zur intergenerativen Begegnung und um Vorurteile abzubauen. Durch die praktische Arbeit entsteht ein wechselseitiges Verständnis zwischen den Generationen und eine Sozialkompetenz der jungen Leute.

„Jetzt werden wir wahrgenommen“, freut sich Andrea Bötte von der Nachbarschaftshilfe über den Erfolg des Bodenfelder Modellprojektes. Bisher haben sich 55 Jugendliche in der Weser-Gemeinde unter anderem über die Kooperation mit der Gesamtschule und der Jugendpflege fachlich schulen lassen. Zwei Dutzend arbeiten aktuell im Projekt mit, und etwa zehn bis zwölf Jungen und Mädchen fragen pro Jahr wegen einer Mitarbeit nach.

„Das hilft auch bei der beruflichen Orientierung“, sagt Andrea Bötte. Eine Jugendliche studiere mittlerweile Medizin, andere gingen in die Pflege und ein Mädchen hat eine Ausbildung zur Krankenschwester begonnen.

Während das Modellprojekt im Nachbarland mit Geld des Europäischen Sozialfonds (ESF) und durch das Land Nordrhein-Westfalen gefördert wir, sei man in Bodenfelde weiter auf der Suche nach Geldgebern, bedauert Bötte nach den Gesprächen mit den Verantwortlichen in NRW. Dabei wurden Impulse und Eindrücke gewonnen, die jetzt in den Infos für die „Servivebrücken Jugend–Alter“-Projektbeteiligten in NRW eingearbeitet worden sind.

Die Städte und Gemeinden in NRW sollen bei der Umsetzung fachlich über das Ministerium unterstützt werden. Das war in Bodenfelde nicht so. Da mussten alle Beteiligten sich mit einbringen, um die Idee zum Erfolg für Generationen zu machen.

Von Jürgen Dumnitz

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