Wetterbedingt nur elf Teilnehmer

Weserschwimmen in Bodenfelde: 16 Grad machen blaue Lippen

Echte Wasserratten waren beim Flussbadetag an der Weser gefragt: Bei 16 Grad Wasser- und 14 Grad Außentemperatur war die Veranstaltung nichts für Zimperliche.

So wagten sich gerade mal elf Teilnehmer am Sonntagmorgen am Oedelsheimer Fähranleger ins erfrischende Nass. Von dort aus sollte es gut zehn Kilometer flussabwärts nach Wahmbeck gehen.

„Tatsächlich hatten wir überlegt, die Veranstaltung ganz abzusagen, da das Wetter wenig einladend ist“, sagte Achim Kerl von der DLRG Bodenfelde. Die richtete mit den Ortsvereinen aus Oberweser und Uslar zum zehnten Mal in Folge die Flussgaudi aus. Sechs Boote mit mindestens zwei Rettungsschwimmern an Bord hatten sie dafür im Einsatz, sodass die Schwimmer gut versorgt waren.

„Geht’s noch gut?“, wurde da vom Boot nachgefragt, um sicher zu gehen, dass sich niemand unterkühlt hatte oder einen Krampf erlitt. Da die meisten Schwimmer schon mehrmals mitgemacht hatten, war für fast alle ein Neoprenanzug Pflicht. „Ohne den ist das kalte Wasser nicht auszuhalten“, sagte Walter Petersen.

Der machte nach wenigen Schritten in der Weser kehrt, besorgte sich neben der Schutzhose noch ein Oberteil und stieß dann in Gieselwerder zu der Gruppe. Wenig begeisterte Ausrufe wie „Oh, oh, das wird was werden“ oder einfach nur ein klagendes „Uiuiui“ konnte man nach den ersten Metern im Wasser von dem ein oder anderen vernehmen.

Sie blieben allerdings hartnäckig und entschlossen und schwammen mit Tempo los. „Acht Stundenkilometer beträgt die Strömung der Weser und ungefähr so schnell bewegen sich auch unsere Teilnehmer voran“, sagte Klaus Gronemann von der DLRG Oedelsheim.

Auch wenn es nur wenige waren, die dazu noch weit zerrissen gen Niedersachsen paddelten, so standen am Ufer in Gieselwerder, Lippoldsberg, Bodenfelde und im Ziel in Wahmbeck stets Zuschauer an der Weser, die einfach nur freundlich winkten oder aber auch den mutigen Frauen und Männern mit den blauen Lippen einen aufmunternden Spruch zuriefen.

Nach gut zwei Stunden trafen die ersten beiden Schwimmer ein, wobei Michel Gerke (Wiensen) auf der letzten Etappe Dorian Hüne (Bodenfelde) abhängte. Der 15-jährige Sieger war das fünfte „und sicher nicht letzte Mal“ dabei. Durch den vielen Regen der vergangenen Tage sei der Wasserstand diesmal höher gewesen und auch die Wassertemperatur wäre kühler als in der Vergangenheit, sagte Michel Gerke.

Fragte man in die Runde, was den anderen besonders gut an der Veranstaltung gefällt, so schwärmten mehrere von dem „einzigartigen Naturerlebnis“. In natürlichem Wasser zu sein, die Tier- und Pflanzenwelt zu beobachten und sich einfach treiben zu lassen, das sei ein wunderbares Erlebnis, sagte Heinrich Knippschild aus Zierenberg. Er macht schon von Anfang an beim Flussschwimmen mit.

Bedenken, was die Wasserqualität angeht, hatte keiner der Teilnehmer. Ganz im Gegenteil meinten sie, dass die Weser eigentlich recht sauber sei.

Rubriklistenbild: © Foto: Tanja Temme

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