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Böllern ja, aber Altstädte im Kreis Northeim sind tabu

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Von: Axel Gödecke

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Jahreswechsel in Nordrhein-Westfalen: Vor Silvesterraketen werden Wunderkerzen abgebrannt.
Silvesterraketen sind in diesem Jahr wieder erlaubt, aber nicht in den Böllerverbotszonen zum Beispiel in Fachwerk-Innenstädten. © Roland Weihrauch/dpa

In Fachwerk-Ortskernen gilt ein striktes Feuerwerk-Verbot. Viele Kommunen weisen trotzdem noch Extra-Verbotszonen aus.

Northeim – Böllern an Silvester ist nach der coronabedingten Zwangspause, in der es unter anderem darum ging, Krankenhausbetten freizuhalten, generell wieder erlaubt. Doch wie vor Corona gelten natürlich auch für dieses Jahr wieder Böllerverbote. Vor allem in den historischen Fachwerk-Innenstädten, aber auch in Altdorfbereichen mit viel Fachwerk ist dass Zünden von Feuerwerkskörpern untersagt.

Um Brände zu vermeiden, haben die Städte Northeim und Einbeck über ihre Altstädte wieder ein striktes Feuerwerksverbot verhängt. Wer sich nicht dran hält riskiert nach Angaben des Northeimer Ordnungsamtes ein Bußgeld in Höhe von bis zu 5000 Euro.

In Northeim ist der Böllerverbotsbereich begrenzt durch die Wilhelmstraße, Friedrichstraße, Göttinger Straße ab Friedrichstraße in Richtung Norden, Breiter Weg, Friedrich-Ebert-Wall und In der Fluth.

In Einbeck ist der Altstadtbereich rund um den Marktplatz und Hallenplan von der Altendorfer Straße im Süden bis zur Münsterkirche im Norden mit einem Extra-Abbrennverbot belegt.

Die Stadt Uslar hat auf eine Extra-Verordnung verzichtet. Eine solche eigene Verordnung ist aber auch gar nicht nötig, denn es gilt ohnehin ein allgemeines Verbot nach dem Sprengstoffgesetz des Bundes (Paragraph 23, Absatz 1). Danach ist dass Abbrennen von Silvesterfeuerwerken und Böllern in unmittelbarer Nähe von Fachwerkhäusern, aber auch von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Seniorenheimen untersagt.

Bei handgeworfenen pyrotechnischen Gegenständen wird ein Abstand von 25 bis 30 Metern als Minimum angesehen. Bei Hochfeuerwerken mit eigenem Vortrieb, also Raketen, werde eine Entfernung zu besonders brandempfindlichen Gebäuden von 200 Metern als zwingend notwendig angesehen, heißt es in einer Ausführung des Northeimer Ordnungsamts. Was nichts anderes bedeutet, als dass in Fachwerk-Innenstädten und Altdorfbereichen das Böllern verboten ist.

Brandempfindliche Gebäude sind allerdings auch Tankstellen, und so hat beispielsweise die Gemeinde Kalefeld eigens eine Böllerverbotszone rund um die Tankstelle in Echte verhängt.

Wie gefährlich Silvesterknallerei in Altstädten sein kann, zeigen durch Raketen ausgelöste große Brandkatastrophen in den Silvesternächten in Osterode 1998 oder auch in Goslar im Jahre 2006.

Wann darf geböllert werden?

Nach den Böllerverboten der vergangenen zwei Jahre darf in diesem Jahr wieder Silvesterfeuerwerk außerhalb von Verbotszonen gezündet werden. Verkauft werden dürfen Raketen und Böller nur vom 29. bis 31. Dezember. Der Verkauf von Feuerwerk der Klasse F2, zu der Raketen, Raketenbatterien und Böller gehören, ist nur an Personen ab 18 Jahren erlaubt. Abgebrannt werden dürfen diese nur 48 Stunden lang, nämlich am Silvestertag und am 1. Januar bis Mitternacht.  (Axel Gödecke)

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