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Ortsbürgermeister: Auch kleine Dörfer im Raum Northeim benötigen Baugebiete

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Von: Axel Gödecke

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Unterhalb des Hannebergs in Bühle (ganz rechts) könnte ein Neubaugebiet entstehen. Das wünschen sich die Bühler schon seit Längerem. Doch das Raumordnungsprogramm könnte dem Wunsch einen Strich durch die Rechnung machen. Archiv
Unterhalb des Hannebergs in Bühle (ganz rechts) könnte ein Neubaugebiet entstehen. Das wünschen sich die Bühler schon seit Längerem. Doch das Raumordnungsprogramm könnte dem Wunsch einen Strich durch die Rechnung machen. Archiv © Axel Gödecke

In den kleineren Dörfern regt sich Widerstand wegen der geplanten weiteren Beschneidungen der Möglichkeit, Baugebiete auszuweisen.

Bühle / Northeim – Die Aktualisierung des Regionalen Raumordnungsprogramms (RROP) durch den Landkreis bringt besonders für kleinere Ortschaften weitere Beschneidungen in der Eigenentwicklung durch neue Baugebiete mit sich (HNA berichtete). Das ärgert auch den Ortsbürgermeister von Bühle, Fabian Ernst.

Er weist auf die Ungleichheiten hin, die die Dörfer schon jetzt hinnehmen müssten. Das betreffe nicht nur die Ausweisung von Neubaugebieten, auf denen sie vielleicht ein Eigenheim realisieren könnten, womit das Dorf zukunftsfähiger werde.

„Junge Familien aus Bühle und Sudheim bekommen leider jetzt schon keinen Kindergartenplatz in Sudheim für ihre Kinder mehr angeboten“, betont Ernst. Stattdessen habe es seitens der Stadt Platzangebote in den Kitas in Denkershausen/Lagershausen gegeben. Und das, obwohl die Geschwister-Kinder in Sudheim zur Schule gehen. Der Ortsbürgermeister: „Hier sollte sich die städtische Politik mal kümmern, wenn sie für eine Verbesserung der Lebensqualität einstehen will.“

Zurück zu den restriktiven Ausführungen im geplanten neuen RROP zur Siedlungsentwicklung in kleinen Ortschaften: Die Argumentation des Landkreises über den Zugang zu Ärzten, zu Kitas oder zu Einkaufsmöglichkeiten als Voraussetzung für die Ausweisung von Baugebieten in den Dörfern kann der Bühler Ortsratschef nicht nachvollziehen. Ernst: „Ich bin innerhalb von sechs Minuten von Bühle im MEC-Einkaufszentrum. Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand, der zum Beispiel am Neustädter-Ring in Northeim wohnt, schneller dort ist.“

Bei gutem Wetter würden Familien aus Bühle ihre Kinder mit dem Fahrrad zum Kindergarten nach Sudheim fahren. Das sei alles machbar und werde von Leuten, die sich in einer kleinen Ortschaft niederlassen wollen, auch gern in Kauf genommen.

Ernst: „Wir brauchen daher keine Reglementierungen über die Ausweisung von Bauland. Wir sollten uns lieber darum bemühen, junge Familien anzusprechen, um die gesamte Region zu stärken. Ansonsten fällt Northeim, wie leider schon zu oft, hinten runter.“

Es mache bei Kindern und Einwohnern von kleineren Ortschaften keinen Unterschied, ob sie nun in einer Ortschaft wohnen, die vermeintlich tolle Standards nach dem RROP erfüllen, oder nicht.

Hintergrund: Auch die Bühler hätten gern ein weiteres Neubaugebiet ausgewiesen, da es viele Nachfragen von Häuslebauern gebe. Entsprechende Ideen gibt schon länger für einen Bereich, wo das möglich sein könnte, nämlich auf einer Fläche am Hanneberg oberhalb der Bebauung am Leineblick. Dort könnten nach einer Vorplanung der Stadt Northeim, die auch schon im städtischen Bauausschuss diskutiert wurde, maximal 24 Bauplätze entstehen. (Axel Gödecke)

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