Mehr als doppelt so viele als 2016 wollen zu Hause ihre Stimmen abgeben

Briefwahl ist im Landkreis Northeim ein Renner

Jemand steckt einen Umschlag mit Wahlscheinen in eine Urne.
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Immer beliebter: Viele Wähler haben sich entscheiden, bei der Kommunalwahl und bei der Bundestagswahl ihre Kreuze zuhause zu machen und die Wahlscheine dann in einem Briefumschlag ans Wahlamt zu schicken. 

In den Briefwahlbüros der Kommunen im Kreis Northeim herrscht Hochbetrieb. Hunderte von Briefumschlägen für die Kommunalwahl am 12. September und die Bundestagswahl zwei Wochen später werden aktuell rausgeschickt.

Landkreis Northeim – Immer mehr Menschen wollen ihr Kreuz zu Hause machen, statt am Wahltag ins Wahllokal zu gehen. Die Pandemie hat den Trend deutlich verstärkt.

In Northeim rechnet Fachbereichsleiter Uwe Ritter mindestens mit einer Verdoppelung der Briefwähler. Wer will, kann als Briefwähler auch direkt im Rathaus seine Stimme abgeben. Mit Stand von Donnerstag, 2. September, haben laut Ritter für die Kommunalwahl bereits 4200 Northeimer Briefwahl beantragt. Das entspricht 17,8 Prozent aller Wahlberechtigten. Das sind jetzt schon mehr als doppelt so viele, wie das Endergebnis der vorigen Wahl 2016 ausweist. Seinerzeit gab es 2114 Briefwähler, was einer Quote von zehn Prozent entsprach. Ritter: „Und wir haben noch zehn Tage vor uns. Ich rechne damit, dass wir die 20-Prozentmarke locker knacken werden.“

Fachbereichsleiter Uwe Ritter.

Ähnlich sieht es für die Bundestagswahl aus. In der ersten Woche, in der Briefwahl möglich war, haben laut Ritter 1908 Northeimer Briefwahlanträge gestellt. Das entspricht einer Quote von 8,5 Prozent, womit in nur einer Woche schon die Hälfte des Endergebnisses von 2017 erreicht sei. Bis 26. September könne aber noch abgestimmt werden.

In Uslar sieht die Lage ähnlich aus. Laut Bürgermeister Torsten Bauer haben für die Kommunalwahl am 12. September bislang 1859 Uslarer Briefwahl beantragt. Das entspricht 15,7 Prozent. Die Quote liege damit jetzt schon doppelt so hoch wie beim Endergebnis von 2016. Damals wählten 832 Uslarer per Brief (Quote: 8,98 Prozent).

Für die Bundestagswahl am 26. September haben in der ersten Woche 795 Uslarer Briefwahl beantragt. Das sind jetzt schon rund 7 Prozent. 2017 hatten insgesamt 15,5 Prozent per Brief den Bundestag gewählt. Bürgermeister Bauer: „Wir sehen, die Pandemie schlägt voll durch, die Briefwahl ist so beliebt wie nie.“ ArchivFoto: Hans-Peter Niesen/nh

Mindestens eine Verdoppelung der Briefwähler sowohl für die Kommunalwahl am 12. September als auch für die Bundestagswahl am 26. September zeichnet sich auch bei den kleineren Gemeinden im Kreisgebiet ab. Der Briefwahlanteil könnte schlussendlich sogar bei 20 bis 25 Prozent liegen.

In Kalefeld liegt die Briefwahlquote für die Kommunalwahl am 12. September laut Heike Packeiser-Müller aktuell (Stand 2. September) sogar schon bei 19 Prozent und hat damit das Endergebnis von 2016 (8 %) stark übertroffen. Selbst für die Bundestagswahl haben in der ersten Woche bereits 15 Prozent Briefwahlzettel bestellt. Damit ist das Endergebnis von 2017 jetzt schon erreicht.

In Nörten-Hardenberg liegt die Briefwahlquote für die Kommunalwahl (Stand: 31. August) jetzt schon bei 17,6 Prozent (1247 Anträge). Damit ist das Endergebnis von 2016 mit 10,7 Prozent schon fast verdoppelt. 621 Nörtener haben in der ersten Woche Briefwahlanträge für die Bundestagswahl gestellt. Das sind 9 Prozent. Damit ist drei Wochen vor der Wahl schon über die Hälfte des Gesamtergebnisses von 2017 erreicht. Damals wählten 17 Prozent per Brief.

Mindestens eine Verdopplung der Briefwahlstimmen bei den beiden anstehenden Wahlen gegenüber 2016 und 2017 sieht auch Bürgermeisterin Heike-Müller Otte in Moringen. So seien aktuell (Stand 31. August) 941 Briefwahlscheine für die Kommunalwahl beantragt (Quote 15,7 Prozent). Das seien jetzt schon fast doppelt so viele wie 2016 im Endergebnis (538 Briefwähler, 9 Prozent).

Für die Bundestagswahl haben in der ersten Woche 612 Moringer Briefwahl beantragt (10,5 Prozent). Im Endergebnis 2017 waren insgesamt 885 Briefwähler (15,4 Prozent) ausgewiesen.

In der Gemeinde Katlenburg-Lindau haben aktuell für die Kommunalwahl 1230 Bürger Briefwahl beantragt. Bei der vorigen Wahl wurden insgesamt nur 731 Briefwähler (12,25 Prozent) gezählt. Briefwahlanträge für die Bundestagswahl gibt es bislang schon 807. Da fehlt drei Wochen vor Schluss nicht mehr viel zum Endergebnis von 2017 mit 1016 Briefwählern (damals 17,7 Prozent), bilanziert Ina Danne von der Verwaltung.

In Hardegsen haben bereits 1218 Bürger Briefwahl für die Kommunalwahl beantragt. Das sind 18,7 Prozent und damit schon mehr als doppelt so viele wie bei der Wahl vor fünf Jahren im Endergebnis. Damals lag die Gesamtzahl der Briefwähler laut Bürgermeister Michael Kaiser bei nur 593 (Quote: 9 Prozent). Für die Bundestagswahl haben in Hardegsen schon 770 Bürger Briefwahlunterlagen bestellt. Das sind drei Wochen vor der Wahl bereits 12,2 Prozent aller Wahlberechtigten. 2017 hatten insgesamt in Hardegsen 1145 Wähler per Brief votiert. Die Quote lag bei 18 Prozent.

Auch in der Gemeinde Bodenfelde ist das Interesse an der Briefwahl riesig. Für die Kommunalwahl am 12. September wurden bisher 480 Wahlscheine ausgestellt (Stand 2. September), fast doppelt so viel wie 2016. Damals gab es 263 Briefwähler. Für die Bundestagswahl haben in der ersten Woche 349 Bürger Briefwahlunterlagen bestellt, sagt Ramona Kolbe von der Verwaltung.

Damit ist drei Wochen vor dem Wahltermin schon zwei Drittel des Endergebnisses von vor fünf Jahren erreicht. 2017 wählten im Flecken Bodenfelde 436 Bürger per Brief. (Axel Gödecke)

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