Martin Weskott rettet seit 20 Jahren alte Bücher vor dem Wegwerfen

Der Bücherpastor rettet seit 20 Jahren Bücher aus der DDR

Bücher weitergeben statt wegwerfen: In seiner Sammlung hat Martin Weskott in den vergangenen 20 Jahren weit mehr als eine Million Bücher zusammengetragen.

Katlenburg. Der „Bücherpastor“ Martin Weskott hat einen Grund zum Feiern. In diesem Jahr kann er auf 20 Jahre seiner Bücheraktion zurückblicken. „Wer hätte im Mai 1991 gedacht, dass wir mit unserer damaligen Aktion ,Bücher aus der DDR’ eine runde 20 erreichen würden“, sagt Weskott.

Seit 1991 war er über zweihundertmal in der ehemaligen DDR unterwegs um alte Bücher vor der Papiermühle oder Deponie zu retten. Weit mehr als eine Million Bände hat Weskott schon im Büchermagazin auf dem Gelände der Katlenburg untergebracht und somit vor der Vernichtung bewahrt.

Getreu dem Motto „Bücher weitergeben statt wegwerfen“ kann jeder im Büchermagazin stöbern und Werke kostenlos mitnehmen. „Unser Sortiment reicht von wissenschaftlichen Schriften über Belletristik bis hin zu Kinderbüchern“, erklärt Weskott. Heute fährt er nur noch selten in die ehemalige DDR. Inzwischen schicken ihm Menschen aus ganz Deutschland alte Bücher, die seine Sammlung in der Bücherburg erweitern.

Bundesverdienstkreuz

Denn die Aktion des Bücherpastors hat mittlerweile bundesweit Bekanntheit erlangt. Weskott wurde für seine Bemühungen das Bundesverdienstkreuz verliehen und 2008 erhielt er die Karl-Preusker-Medaille der Deutschen Literaturkonferenz.

In Zusammenarbeit mit der Kreisvolkshochschule Northeim und der Kirchengemeinde St. Johannes entstanden vor 19 Jahren die Veranstaltungsreihen „Müll-Literaten lesen“ und „Menschen und Bücher -- vorgestellt und diskutiert“, bei denen unter anderem auch Werke aus Weskotts Sammlung vorgestellt werden. (nix)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.