Großanlage geplant

Hevensen reicht's: Bürger gründen Initiative gegen Hähnchenmastanlage

Großes Interesse: Im Hevenser Feuerwehrhaus war kein Platz mehr frei. Foto: Mönkemeyer

Hevensen. „Es reicht! Hevensen wehrt sich" - unter diesem Motto möchte eine neu gegründete Bürgerinitiative den Bau einer Hähnchenmastanlage im Gewerbepark Hardegsen verhindern.

Zu einer ersten Informationsveranstaltung trafen sich hierzu am Donnerstagabend rund 50 Einwohner im örtlichen Feuerwehrhaus.

15 Personen erklärten sich am Ende bereit, sich aktiv an der Initiative zu beteiligen, darunter drei Ratsmitglieder. 38 Personen trugen sich auf die Unterschriftenlisten ein, die die beiden Initiatorinnen, Gudrun Hühne-Osterloh und Brigitte Halbauer vorbereitet hatten.

Für den Großstall, in dem pro Mastdurchgang knapp 84.000 Tiere aufgezogen werden könnten, gebe es bislang allerdings lediglich eine Bauvoranfrage, erläuterte Arne Mennerich als Investor. Der in Hevensen ansässige Landwirt möchte mit dem Stall die Existenz seines Betriebes sichern und erläuterte in der Versammlung sein Vorhaben.

Noch kein Bauantrag

Es sei keineswegs schon entschieden, ob sich seine Pläne verwirklichen lassen. Entgegen anders lautender Gerüchte habe er diesbezüglich noch keinen Bauantrag gestellt. Vielmehr seien derzeit zunächst Gutachter dabei, die Umsetzbarkeit des Projektes am Standort Gewerbepark Hardegsen zu prüfen.

Vor dem Hintergrund der bereits bestehenden Belastung durch die Biogasanlage befürchten insbesondere die Anwohner der Hevenser Brinkfeldstraße eine weitere Verschlechterung der Wohnqualität, Gesundheitsgefährdungen und große Wertverluste für ihre Immobilien. Weitere Belastungen erwarten die Hevenser durch den Betrieb des bereits genehmigten Rinderstalls für 120 Tiere, den die Firma Masterrind im Gewerbepark Hardegsen errichten wird (wir berichteten). Ein Vertreter der Firma wies Befürchtungen der Anwohner zurück, der Stall könnte zu erheblichen Lärmbelastungen führen. Dies sei aufgrund der Haltungsbedingungen weitestgehend ausgeschlossen.

Dass es zu einer verstärkten Verkehrsbelastung kommen kann, räumten beide Investoren ein, sagten aber zu, durch entsprechende Anweisungen an die Fahrer für eine Entlastung der Brinkfeldstraße sorgen zu wollen.

An den neuen Bürgermeister der Stadt Hardegsen, Michael Kaiser, richteten die Hevenser die Bitte, frühzeitig in das Genehmigungsverfahren eingebunden zu werden.

Von Niko Mönkemeyer

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