Bürgerinitiative Moringer Becken wirft Beraterfirma Betrug vor

Hardegsen/Moringen. Die Bürgerinitiative (BI) Moringer Becken äußert sich kritisch zu den Beratungen der jüngsten Bauausschusssitzung der Stadt Hardegsen.
„Es ist enttäuschend, dass die Stadt Hardegsen das Moringer Becken für den Bau von Windkraftanlagen in Erwägung zieht, obwohl es sich um ein windschwaches Gebiet handelt“, heißt es in einer Stellungnahme von BI-Sprecherin Martina Ohlmer.
Sie verweist auf eine Potentialstudie, nach der ein wirtschaftlicher Betrieb von Windkraftanlagen im Moringer Becken nicht möglich sei. Der Firma von Helmolt Consult, die im Auftrag der Stadt Hardegsen die Änderung des Flächennutzungsplans plant, wirft Ohlmer „Kapitalanlagebetrug“ vor. „Klar ist, dass es sich bei der Firma von Helmolt Consult um Kapitaldirektanlage geht und die Windhäufigkeit nebensächlich ist“, so Ohlmer.
„Wie in den Medien berichtet wurde, handelt es sich bei dieser Kapitalanlageform um ein Schneeballsystem, bei dem ständig neue Kapitalanleger für Windkraftanlagen gefunden werden müssen, um eine Rendite von circa acht Prozent an vorherige Kapitalanleger zahlen zu können.“ Dabei sei es egal, wie viel Winde wehe.
Ohlmer geht davon aus, dass das Geschäftsmodell bei Windrädern im Moringer Becken floppen müsse, weil wegen der geringen Windhäufigkeit keine Rendite erwirtschaftet werden könne. Im Bereich Nörten-Hardenberg wehe der Wind noch schwächer, das hätte die Firmenchefin sogar zugegeben,
„Wir hier lebenden Bürgerinnen und Bürger lassen und unseren Lebensraum nicht wegen der Profitgier Anderer zerstören“, fährt Ohlmer fort. Ein Windpark von zehn bis elf Windrädern mit 200 Metern Höhe im Moringer Becken stelle eine unwiederbringliche Zerstörung von Lebensraum für Mensch und Tier dar, schreibt die BI-Sprecherin. Ein solcher Windpark blockiere den Kranichzug.
„Wir appellieren an die Ratsmitglieder der Stadträte Hardegsen und Nörten-Hardenberg sowie an die Bürgermeister Herrn Sjuts und Frau Klinkert-Kittel, die Pläne der Firma von Helmolt Consult kritisch zu überprüfen“, betont Ohlmer abschließend. (fst)