Naturschutzorganisation lehnt Verkauf für einen Euro ab

BUND: Silberborn ist mehr wert

Luftbild vom ehemaligen Jugendfreizeitheim Silberborn im Solling
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Das Jugendfreizeitheim Silberborn liegt im Solling kurz hinter der Kreisgrenzen im Kreis Holzminden. Es ist seit anderthalb Jahren geschlossen.

Northeim – Der geplante Verkauf des ehemaligen Jugendfreizeitheims Silberborn für einen symbolischen Euro ist aus Sicht der BUND-Kreisgruppe Northeim ein Skandal. Der Gebäudekomplex samt mehr als 33. 000 Quadratmeter Grundstück soll verschleudert werden, heißt es in einer Stellungnahme der Kreisgruppe.

Die Naturschützer fordern, entweder den Verkauf neu auszuschreiben, oder dass der Landkreis den Betrieb des Heims in Eigenregie wieder aufnimmt. Das Heim, das dem Landkreis Northeim gehört, war mit Mehrheitsbeschluss des Kreistags vor anderthalb Jahren geschlossen worden. Gesucht wurde seitdem ein Betreiber, der dort weiterhin Jugendarbeit ermöglicht.

Für den BUND ist schon der veranschlagte Buchwert von rund 360 .000 Euro viel zu gering. Das Heim nun aber nur für einen Euro verschleudern zu wollen, sei ein Skandal, kritisiert die Naturschutzorganisation.

Außerdem bezweifelt sie die Seriösität des Angebots des Allgemeinen Rettungsverbandes Südniedersachsen (ARV), der die Einrichtung übernehmen will. Der ARV habe weder Erfahrung in der Organisation und der Leitung von Freizeiteinrichtungen. Unklar sei auch, wie er den eigenen Investitionsplan von 387 000 Euro schultern wolle.

Die im Jugendhilfeausschuss vorgestellte Klausel im Kaufvertrag, dass im Fall einer Weiterveräußerung innerhalb von fünf Jahren die Hälfte des Unterschiedsbetrages zwischen dem symbolischen Euro und dem dann erzielten Verkaufspreis an den Landkreis Northeim abzuführen sei, ist aus Sicht des BUND nutzlos. Sie lasse sich durch einen billigen Verkauf an einen Strohmann und eine anschließende Weiterveräußerung leicht aushebeln. Anschließend könne ein Investor die Gebäude abreißen und dort beispielsweise Eigentumswohnungen bauen.

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