GMV-Bürgermeisterkandidat kehrt Lokalpolitik den Rücken

Bernd Bundstein verzichtet auf Mandat im Moringer Stadtrat

Bernd Bundstein vor Wahlplakten
+
Für ihn ist das Kapitel Kommunalpolitik beendet: Für seine alten Wahlplakate hat Bernd Bundstein noch eine Verwendung gefunden, denn die schützen jetzt sein Brennholz vor dem Regen.

Bernd Bundstein zieht sich aus der Kommunalpolitik in Moringen zurück.

Moringen – Mit der Wahl zum Bürgermeister der Stadt Moringen hatte es für Bernd Bundstein bei der Kommunalwahl am 12. September zwar nicht geklappt, aber mit 228 Stimmen erreichte er ein Direktmandat im neuen Stadtrat für die Wählergemeinschaft „Gemeinsam für Moringen“ (GMV). Dass er das aber nun nicht annehmen will, war eine große Überraschung in Moringen.

„Aber nicht für die Mitglieder GMV“, sagt Bundstein, denn die habe er schon vor der Wahl darüber informiert, dass er nicht mehr als Ratsherr zur Verfügung stehen werde, wenn die GMV weniger Mandate als bislang bekommen würde.

Da es letztendlich nur noch zwei Mandate seien, habe er jetzt die Konsequenz gezogen, erklärt Bundstein und betont, dass damit für ihn das Kapitel Kommunalpolitik abgeschlossen sei.

Ein Hintergrund für seine Entscheidung sei, dass die GMV künftig wohl nur noch in zwei Ausschüssen vertreten sein werde. Damit sei aber eine sinnvolle Ratsarbeit für die Wählergruppe aus seiner Sicht nicht möglich. „Hinzu kommt, dass SPD und CDU in Niedersachsen jetzt beschlossen haben, dass die Vergabe von Mandaten ab sofort nach dem sogenannten d’Hondt-Verfahren erfolgt, was die kleineren Parteien und Wählergemeinschaften benachteiligt“, ergänzt Bundstein und betont, dass es die GMV gewesen sei, die in den vergangenen fünf Jahren die meisten Anträge im Rat gestellt habe.

Dass das von den Wählerinnen und Wählern nicht honoriert worden sei, ist für ihn ein Zeichen dafür, dass es nicht gelungen sei, die Arbeit der GMV ausreichend nach außen darzustellen. Und das, so Bundstein, habe zum Teil auch an der Berichterstattung über die Debatten im Rat gelegen, bei der die Positionen der GMV aus seiner Sicht manchmal zu kurz gekommen seien.

Ein weiterer Grund sei natürlich auch die schlechte Außendarstellung der GMV gewesen. „Grund dafür war, dass einige unserer Mitglieder interne demokratische Entscheidungen nicht akzeptieren wollten“, beschreibt Bundstein seine Sicht der Dinge. „Das hat dann bei vielen den Eindruck erweckt, die gesamte Wählergemeinschaft sei zerstritten, und wer sich streitet, der wird nun mal nicht gewählt.“

Das schlechte Abschneiden der GMV ist für Bundstein außerdem ein Hinweis darauf, dass Moringen noch nicht reif für eine Wählergemeinschaft ist. „Aus meiner Sicht haben viele Moringer den Unterschied zwischen den etablierten Parteien und einer Wählergemeinschaft nicht verstanden“, nimmt Bundstein kein Blatt vor den Mund und verweist auf die Bundestagswahl. Deren Ergebnis zeige deutlich, dass die Wählerinnen und Wähler mit den etablierten Parteien eher unzufrieden seien. Insofern könne er nicht verstehen, dass bei der Kommunalwahl, bei der es ja mit einer Wählergemeinschaft durchaus eine Alternative gegeben habe, dann doch eher die etablierten Parteien gewählt worden seien. Aber das müsse er jetzt eben so akzeptieren, sagt Bundstein und fügt hinzu: „Mir geht es jedenfalls so jetzt besser. Aber ob es Moringen besser gehen wird, ist fraglich.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.