Busse überfüllt: Schüler vom Kirchberg kommen zu spät zur Schule

Bushaltestelle am Moringer Kirchberg: Der Bus ist zu voll, die Schüler müssen auf den nächsten warten und kommen zu spät zur Schule. Fotos: Niesen

In Moringen protestieren die Eltern von Schülern, die morgens mit dem Schulbus vom Kirchberg zur Kooperativen Gesamtschule fahren wollen. Der Grund: Die Busse sind total überfüllt, die Kinder bleiben an der Haltestelle stehen.

Moringen. Für zwölf Kinder vom Moringer Kirchberg ist jeder Morgen ein Glücksspiel. Meistens passen nur ein paar von ihnen in den völlig überfüllten Schulbus, der um 7.20 Uhr an der Haltestelle Bundesstraße 241 abfährt. Müssen sie auf den nächsten Bus warten, kommen sie zu spät zum Unterricht.

„Das geht so nicht“, finden die Schüler und ihre Eltern. Als vor etwa einem Jahr die Linie über den Kirchberg gestrichen wurde, fingen die Probleme an. Ein Schriftwechsel mit dem Landkreis Northeim blieb bisher ohne nachhaltiges Ergebnis. Bei einem Ortstermin sagten Vertreter des Busunternehmens und des Landkreises jetzt zwar zu, sich um die Missstände zu kümmern. Eine klare Aussage, wie sie die Probleme lösen wollen, trafen sie aber nicht.

Nur drei passen hinein

„Im Bus ist oft kein Platz“, beklagt sich der zehnjährige Linus, der wie seine elf Mitschüler auch an diesem Morgen auf die Abfahrt des ersten Busses zur Kooperativen Gesamtschule Moringen (KGS) um 7.20 Uhr wartet. Zwar kommt der Bus fast pünktlich, doch wegen Überfüllung können nur drei Kinder zusteigen. Der nächste Bus um 7.35 Uhr hat dieses Mal fünf Minuten Verspätung. Zwar können jetzt alle Kinder zusteigen, aber an ein pünktliches Eintreffen in der Schule ist nicht mehr zu denken.

Das gilt auch für die 100 Schüler, die schon dicht gedrängt im Bus sitzen und vor allem stehen. Sie wissen, dass ihre Lehrer über die ständigen Verspätungen verärgert sind. „Wenn jemand bei der Conti regelmäßig zu spät zur Arbeit erscheint, fliegt er“, ärgert sich ein Vater vom Kirchberg, der ungenannt bleiben möchte.

Annette Doehring, Ivonne Knafla und Maike Mäusl berichten, dass der Schulelternrat der KGS bereits Ende Oktober vergangenen Jahres schriftlich auf die Zustände aufmerksam gemacht hat, nachdem die so genannte „Verstärkerfahrt“ über den Kirchberg aus Kostengründen gestrichen und die Haltestelle von der Reddersenstraße an die B 241 verlegt wurde.

Eltern müssen fahren 

Die Stadt hat daraufhin zwar die unzureichende Beleuchtung verbessert und die Haltestelle mit Fenstern als Schutz vor dem Wind ausgestattet, aber an den Verspätungen hat sich aber nichts geändert. „Wenn Kinder stehen bleiben, kommen sie nach Hause und wir müssen sie fahren“, sagt Annette Doehring. „Das kann es nicht sein“, ergänzt Maike Mäusl.

Der Vertreter des Busunternehmens begründet die Verspätungen mit Behinderungen durch Baustellen. Busse in Northeim müssten auf Zubringer der umliegenden Orte warten, bevor sie nach Moringen abfahren.

Platz wird verschenkt 

Außerdem, sagt er, würden die Kinder im Bus nicht bis hinten durchgehen und ihre Schultaschen nicht zwischen den Beinen abstellen, so dass Platz verschenkt würde. Sein Unternehmen sei gehalten, wirtschaftlich zu handeln.

Ein Rat gab es noch in der Runde: Falls Kinder stehen bleiben müssen, sollte ein Taxi gerufen und die Rechnung an das Busunternehmen geschickt werden. (zhp)

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