Bustest: Bei 79 Schülern ist Schluss

Andrang: Unter Aufsicht der Polizei betraten die Schüler vor der Thomas-Mann-Schule den bereitgestellten Linienbus. Fotos: Schrader

Northeim. Wie viele Schüler passen in einen Linienbus? Dieser Frage ging der Landkreis Northeim zusammen mit dem Verkehrsverbund Südniedersachsen (VSN), der Polizei und dem Busunternehmen Weihrauch-Uhlendorff nach.

100 Schüler der Thomas-Mann-Schule und der Erich-Kästner-Schule standen in der Sudheimer Straße mit Rucksäcken und Taschen für den Versuch bereit.

79 Schüler ließ Michael Wetteborn von Weihrauch-Uhlendorff hinein, dann war Schluss. Das waren 16 weniger, als die Betriebserlaubnis für den Linienbus (45 Sitzplätze + 50 Stehplätze) zulässt. „Mehr passen wirklich nicht rein“, sagte der erfahrene Busfahrer, der auch in der Ausbildung der Busscouts tätig ist.

„Dieser Test bestätigt uns, dass wir nicht von 100 Prozent Auslastung ausgehen dürfen“, sagte Michael Klindt, der beim Landkreis Northeim für die Schülerbeförderung zuständig ist. Bei der Planung der Buslinien geht er von 70 bis 75 Prozent Auslastung aus. „Ein Anspruch auf einen Sitzplatz besteht nicht“, so Klindt, der derzeit den Bustransfer für 7300 Fahrschüler organisiert. Ausgangspunkt für den Test waren Proteste von Eltern wegen überfüllter Busse. Ein Runder Tisch „Schülerbeförderung“ wurde eingerichtet. Außerdem gab es verstärkt Kontrollen durch die Polizei und das Bundesamt für Güterverkehr, wie beispielsweise an der größten Landkreis-Schule, der KGS Moringen.

Peter Schliep, Sachbearbeiter Verkehr bei der Polizeiinspektion Northeim-Osterode, wies auf die Geschwindigkeitsbegrenzung für Busse hin, die Tempo 80 beträgt, wenn alle sitzen. Steht nur ein Fahrgast, ist die Höchstgeschwindigkeit 60 km/h. „Die neue Generation der Busse wird eingebaute Lichtschranken haben: Wenn dann Fahrgäste in gewissen Bereichen stehen, geht die Tür nicht zu. Das bedeutet sechs Stehplätze weniger“, berichtete Hans-Jürgen Päselt, Betriebsleiter von Weihrauch-Uhlendorff.

„Wenn Probleme mit der Beförderung bestehen, sollten sich die Fahrgäste direkt an die VSN wenden“, sagte VSN-Mitarbeiterin Janina Ternedde. Das gehe auch über die Internetseite www.vsninfo.de und dem Button „Kundendialog.“

Ein Ärgernis wird ab September abgestellt. So wird ab dem nächsten Schuljahr von Hillerse nach Moringen ein Extra-Bus eingesetzt.

Ab März wird es eine Fahrplan-App für Smartphones geben, mit deren Hilfe Fahrgäste nicht nur Fahrpläne abfragen, sondern sich auch über Verspätungen informieren können.

Sowohl Peter Schliep als auch Michael Klindt und Michael Wetteborn sind sich einig: Linienbusse gehören zu den sichersten Fortbewegungsmitteln. Gefahr geht eher von den so genannten Mama-Taxis aus, die nicht nur für Verspätungen sorgen, wenn sie an der Bushaltestelle parken. Auch wenn Schüler zwischen den Bussen zum Mama-Taxi laufen, gefährden sie sich und andere. „In manchen Orten wie in Bad Lauterberg gibt es Bring- und Holzonen in sicherer Entfernung der Schule“, berichtete Schliep.

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