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Carsten Langlotz aus Hohnstedt lässt unseriöse Handwerker auflaufen

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Von: Niko Mönkemeyer

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Mann vor einer Scheune mit erneuerter Dachrinne
Fast 10 Meter für nur 150 Euro: Bis hier haben die unbekannten Handwerker an der Scheune von Carsten Langlotz die Dachrinne erneuert. Als er dann ihren Reisegewerbeschein sehen wollte, haben sie die Arbeit sofort eingestellt. © NIKO MÖNKEMEYER

Da waren wohl zwei Ganoven an den Falschen geraten.

Hohnstedt – Da waren wohl zwei Ganoven an den Falschen geraten: Als ihm die beiden unbekannten Männer, die mit einem weißen Lieferwagen mit polnischem Kennzeichen bei ihm vorgefahren waren, das Angebot machten, die Dachrinne seiner Scheune auf einer Länge von zehn Metern zu erneuern, staunte Carsten Langlotz aus Hohnstedt nicht schlecht. Denn angeblich wollten sie dafür nur 150 Euro haben.

„Sie haben mir erzählt, dass sie auf einer Baustelle Arbeiten erledigt hätten und nun auf dem Nachhauseweg wären“, berichtet Langlotz. „Und da sie noch Restmaterial in ihrem Wagen hätten, könnten sie die Arbeit so kostengünstig anbieten.“

Nachdem ihm die beiden Männer auf seine erneute Nachfrage noch einmal bestätigt hatten, dass das Ganze nur 150 Euro kosten würde, willigte Langlotz ein. Während die beiden Handwerker ihr Material und ihr Werkzeug ausluden, rief Langlotz vorsichtshalber bei der Polizei an, weil ihm das Ganze etwas seltsam vorkam.

„Dort bekam ich die Auskunft, dass nicht alle Handwerker, die auf diese Weise ihre Arbeit anbieten, schwarze Schafe sind, und dass wohl alles okay wäre, wenn sie einen Reisegewerbeschein vorweisen können“, berichtet Langlotz.

Als er daraufhin die Männer, die inzwischen schon mit der Arbeit angefangen hatten, nach dem Reisegewerbeschein fragte, erklärte einer der Männer, dass man das regeln werde, wenn sie fertig seien.

„Die beiden haben erstklassige Arbeit abgeliefert, und das Material war auch hochwertig“, blickt Langlotz auf den Vorfall zurück. „Doch als sie die Dachrinne fast fertig hatten und nur der letzte Rest des Fallrohres fehlte, verlangten sie plötzlich eine Zwischenzahlung.“

Als Langlotz darauf nicht einging und sagte, dass sie die 150 Euro nach Fertigstellung gegen eine Quittung bekommen, wurden die beiden Handwerker pampig und verlangten jetzt plötzlich 150 Euro pro Meter Dachrinne.

Doch bei Langlotz kamen die beiden damit nicht durch. Er wollte jetzt den Reisegewerbeschein sehen und als ehemaliger Auszubildender beim Bundesgrenzschutz deutete er außerdem an, dass er mal bei der Polizei gewesen sei und dann wohl jetzt lieber mal seine Ex-Kollegen rufen werde.

Daraufhin erklärten sich die beiden Männer mit den 150 Euro einverstanden und machten sich so schnell wie möglich aus dem Staub, wobei sie sogar noch Material und Werkzeug liegen ließen.

Langlotz kann sich jetzt über fast 10 Meter nagelneue Dachrinne zum Preis von 150 Euro freuen.

Allerdings gibt er zu bedenken, „dass solche Ganoven insbesondere wohl bei älteren Menschen erfolgreich sind“. Er rät allen, die ähnliche Angebote unterbreitet bekommen, vorsichtig zu sein. (Niko Mönkemeyer)

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