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Chaos an Bächen nach Stürmen: Leineverband räumt auf

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Von: Axel Gödecke

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Aufräumarbeiten nach den schweren Stürmen vom Februar laufen derzeit noch an vielen Fluss- und Bachufern, die der Leineverband zu betreuen hat. Hier sind eine Kolonne des Verbands und die Vertragsfirma bei Arbeiten an der Garte südlich von Göttingen zu sehen. 2
Aufräumarbeiten nach den schweren Stürmen vom Februar laufen derzeit noch an vielen Fluss- und Bachufern, die der Leineverband mit Zentrale in Northeim zu betreuen hat. Hier sind eine Kolonne des Verbands und die Vertragsfirma bei Arbeiten an der Garte südlich von Göttingen zu sehen. © Leineverband Northeim

Der Leineverband mit Sitz in Northeim hat alle Hände voll zu tun, um die Uferschäden an den Flüssen und Bächen nach den drei kurz aufeinander folgenden Stürmen im Februar zu beseitigen.

Northeim – Insgesamt 165 Schadensstellen wurden im Zuständigkeitsgebiet des Verbands nach den Stürmen in der Woche vom 16. bis 21. Februar festgestellt.

Die Hälfte der insgesamt 92 Gewässer, die der Verband einschließlich der drei Meter breiten Uferbereiche zu unterhalten hat, seien betroffen gewesen, sagt Geschäftsführer Jens Schatz, der mit seinen insgesamt 25 Mitarbeitern erst kürzlich die neue Verbandszentrale an der Borsigstraße 21 in Northeim bezogen hat (HNA berichtete).

Jens Schatz
Jens Schatz, Geschäftsführer des Leineverbands mit Sitz in Northeim © Axel Gödecke

Für die Beseitigung aller Schäden einschließlich des Aufräumens der Fluss- und Bachbette kalkuliert der Leineverband mit Kosten von über 200 000 Euro. Am stärksten betroffen von umgefallenen Bäumen, beschädigten Uferbereichen und von Treibgut fast verstopften Brückendurchlässen sei das mittlere Verbandsgebiet um die Altkreise Einbeck und Gandersheim mit allein 118 Stellen an 18 Gewässern gewesen, fährt der Geschäftsführer fort.

Der Südbereich, der von nördlich von Northeim bis Hann. Münden im Süden reicht, sei mit 31 Stellen an 15 Gewässern betroffen und der Nordabschnitt, der sich von Freden bis Sarstedt zieht, mit 16 Stellen an 12 Gewässern.

Laut Verbandsbericht sind im Landkreis Northeim unter anderem die Aue, die Bever, die Bölle, die Dieße, die Gande, der Hillebach, die Ilme und die Rebbe stark betroffen gewesen. Im Kreis Göttingen lagen die größten Schäden am Wendebach sowie entlang der Garte und der Dramme. Im Landkreis Hildesheim waren die Saale, die Glene und Wispe und im Kreis Hameln-Pyrmont die Saale betroffen.

Der Hauptfluss, die Leine, sei aber entlang ihres gesamten Verlaufs von der Grenze nach Thüringen bis kurz vor Sarstedt im Süden von Hannover von Sturmschäden betroffen gewesen.

Mit den Aufräumarbeiten sei schon kurz nach den Stürmen begonnen worden, sagt Schatz. In der kommenden Woche werde man mit den dringendsten Stellen fertig sein, allerdings bei weitem noch nicht mit dem Schreddern der Bäume und Äste, die an drei Stellen zusammengefahren wurden, um sie zentral zu schreddern. Auch die Reparatur von beschädigten Uferböschungen laufe noch.

Viele umgekippte Bäume, wie hier an der Ilme nahe der Einbecker Ortschaft Ellensen, mussten beseitigt werden. Die ausgerissenen Wurzeln beschädigten auch die Ufer.
Viele umgekippte Bäume, wie hier an der Ilme nahe der Einbecker Ortschaft Ellensen, mussten von Baukollonnen des Leineverbands beseitigt werden. Die ausgerissenen Wurzeln beschädigten auch die Ufer. © Leineverband / nh

Zur Beseitigung der Schäden hat der Leineverband ein Ampelsystem installiert. Jens Schatz: „Rund 80 Schadensstellen bekamen von uns die rote Ampel, dort wurde zuerst aufgeräumt.“ Mit Gelb und Grün habe man je etwa 40 Stellen belegt – wobei Gelb „Beobachten und später aufräumen“ und Grün „Beobachten und eventuell liegen lassen oder vor Ort das Material umlagern“ bedeute.

Denn nicht jeder Baum und jede Ansammlung von Treibholz müsse entfernt werden. Innerhalb von als Biotop geschützten Bereichen bestehe nach Prüfung durch die Verbandsingenieure durchaus auch die Möglichkeit, das Holz liegen zu lassen oder vor Ort umzulagern und zu sichern.

So könne ein „Auenbiotop-Element“ entstehen, das einen Beitrag zum Artenschutz leiste und als Nistmöglichkeit für Käfer, Spinnen und Vögel diene.

Die Mitarbeiter der drei Leineverbands-Kolonnen in den drei Bauhöfen in Hevensen (Südbereich), in Einbeck (Bereich Mitte) und in Gronau (Nordbereich) versuchten mit Unterstützung der Vertragsfirma Nüske aus Fredelsloh, den Abfluss an allen Schadenstellen so schnell wie möglich wiederherzustellen. Der Geschäftsführer: „Es ist aber zum Teil schwierig, mit geeignetem Gerät an die Einsatzstellen zu gelangen, da durch den regenreichen Februar die Böden aufgeweicht und kaum befahrbar sind.“ Teilweise sei nur Handarbeit möglich gewesen.

Bäume, die nach der Bergung als geeignet erscheinen, später als Naturbaustoffe für künftige Renaturierungsvorhaben des Verbandes genutzt zu werden, würden auf die jeweiligen Bauhöfe gebracht und dort zwischengelagert. So könne der Sturmwoche auch ein positiver Aspekt abgerungen werden.

Die Abwägung zwischen dem, was fachlich und was rechtlich nötig und erforderlich ist, zu treffen, erfordere ein hohes Maß an Qualifizierung der Mitarbeiter in den Kolonnen und auch in der Geschäftsstelle, fährt Schatz fort. Und weiter: „Ich bin froh, dass die Mitglieder des Leineverbands dies erkannt haben und über ihre Beiträge die Wahrnehmung dieser Aufgabe sicherstellen.“

Foto: Axel Gödecke

Von Axel Gödecke

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