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Der Computer gießt die Blumen

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Von: Michael Caspar

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Überwacht seine Topfpflanzen mit Sensoren: Tristan Sander aus Laatzen.
Überwacht seine Topfpflanzen mit Sensoren: Tristan Sander aus Laatzen. © Michael Caspar

Computer für den Acker oder Turbinen am Wasserhahn: 52 junge Forscher präsentieren am Wochenende in Einbeck beim 19. Landeswettbewerb Niedersachsen – Schüler experimentieren 33 Projekte.

Einbeck – „Mir sind mehrmals meine Zimmerpflanzen vertrocknet“, berichtet Tristan Sander (14) vom Laatzener Erich- Kästner-Gymnasium an seinem Stand im Veranstaltungssaal des PS-Speichers. Um Abhilfe zu schaffen, hat er seine Blumentöpfe zuhause mit Sensoren ausgestattet. Sie messen die Bodenfeuchtigkeit, aber auch die Temperatur und die Helligkeit. Ein von ihm geschriebenes Computerprogramm wertet die Daten aus und schlägt Alarm, wenn die Werte in den roten Bereich rutschen. Damit auch nichts schiefgeht, hat der Schüler, der von seinen Lehrern Tobias Peckskamp und Hendrika van Waveren betreut wird, die Bewässerung automatisiert. Eine kleine Pumpe lässt bei Bedarf Wasser aus einem Behälter in den Topf fließen.

„Wir befassen uns mit ähnlichen Themen“, freut sich Jochen Büscher von der Einbecker KWS Saat. So lud das Saatzuchtunternehmen, das gemeinsam mit dem PS-Speicher Pate des Wettbewerbs ist, den Schüler zu einer Firmenführung ein.

Ein Film über ein schottisches Gezeitenkraftwerk hat Maruan Kseibi (11), Maximilian Müller (11) und Linos Schwarz (12) vom Gymnasium Lüneburger Heide inspiriert. Ihre Idee: Sie wollen Strom mit dem Wasser gewinnen, das aus dem Wasserhahn kommt oder aus der Badewanne abfließt. Dazu experimentierten die drei, die von Dr. Katrin Strudtmann betreut werden, mit verschiedenen Turbinen.

Andere Schüler befassten sich mit Aluminium-Recycling, stellten aus nachwachsenden Rohstoffen Biosteine her oder überlegten, wie sich Flecken ökologisch entfernen lassen. Die Neun- bis 14-Jährigen haben sich bei acht Regionalwettbewerben qualifiziert. Dort waren insgesamt 348 junge Menschen mit 218 Projekten in den Themenfeldern Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik und Informatik, Physik und Technik angetreten.

„Aus Südniedersachsen hat es in diesem Jahr niemand geschafft“, bedauerte Valentina Holle, die Landeswettbewerbsleiterin. Die Juniorsparte von Jugend forscht ist erstmals mit einem Landesentscheid nach Einbeck gekommen. „Die Wirtschaftsförderung Hildesheim hat uns angesprochen“, berichtet Lothar Meyer-Mertel, der Geschäftsführer des PS-Speichers. Der außerschulische Lernort sagte zu.

Auch der Göttinger Laborausstatter Sartorius nutzt die Möglichkeit, mit einem eigenen Stand um junge Tüftler zu werben. Einbeck Marketing sorgt am Samstagnachmittag für Programm in der Stadt. Junge Künstler der M1 Musikschule treten auf. Dann findet auch die Siegerehrung statt. (Michael Caspar)

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