Aktion Advent unterstützt Northeimer Einrichtungen

Corona belastet Wohnungslose besonders - In Northeim gibt es für sie eine Oase

Festlich war die Weihnachtsfeier, zu der die Ambulante Hilfe und der Tagestreff Oase in Northeim in 2019 einluden. Dieses Jahr musste sie ausfallen. (Archivbild)
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Festlich war die Weihnachtsfeier, zu der die Ambulante Hilfe und der Tagestreff Oase in Northeim in 2019 einluden. Dieses Jahr musste sie ausfallen. (Archivbild)

Für Menschen, die mittellos sind und auf der Straße leben, ist die Pandemie eine zusätzliche Belastung. Die Ambulante Hilfe und der Tagestreff Oase in Northeim bieten Hilfe an.

Northeim ‒ Ohne Rückzugsort sind Wohnungslose dem Infektionsgeschehen schutzlos ausgeliefert. Auch die vielen Einschränkungen erschweren ihnen den Alltag. Das ist auch in der Arbeit der Ambulanten Hilfe Northeim und des Tagestreffs Oase zu spüren. Beides sind Einrichtungen der Diakonischen Gesellschaft Wohnen und Beraten. Die Mitarbeiter kümmern sich um jene, die in den Kreislauf der Armut geraten sind. Oft damit verbunden: Wohnungsnot.

Die Beratungsstelle hilft Betroffenen beispielsweise bei der Vermittlung von Wohnraum, der Beantragung von Sozialleistungen oder der Abwendung von Räumungsklagen. Der Tagestreff in Northeim ist eine Anlaufstelle, in der sie neben der Beratung auch die Möglichkeit haben, zu duschen, waschen und essen, die Kleiderkammer zu nutzen und sich auszutauschen.

„Unsere Klienten treffen die Einschränkungen zur Eindämmung der Pandemie besonders“, sagt Sebastian Mascher von der Ambulanten Hilfe. „Viele zählen zur Risikogruppe, sodass die Verminderung der sozialen Kontakte zum Schutz unabdingbar ist.“ Spürbare Nebenwirkungen seien Einsamkeit, Isolation, Depressionen, Ängste und das erlebte Gefühl, von der Gesellschaft verstärkt abgehängt zu werden.

Die Mitarbeiter der Northeimer Einrichtungen sind wichtige Ansprechpartner für diese Sorgen und Nöte der Menschen. Und sie helfen aber auch ganz praktisch, indem sie Masken und Desinfektionssprays ausgeben. „Die Beschaffung von Mitteln zum Schutz vor einer Coronainfektion war anfangs sehr problematisch, da die Preise deutlich gestiegen sind“, berichtet der Northeimer Sozialarbeiter.

Die Weihnachtszeit ist für Menschen, die kein Dach über dem Kopf haben, über wenig Geld verfügen, keine Familie oder keinen Kontakt zu ihr haben, eine bedrückende Jahreszeit. Verstärkt werde das durch die aktuellen Verordnungen, die Kontakte zusätzlich erschweren, sagen Beate Wernicke und Melanie Bogedain vom Tagestreff Oase.

Umso wichtiger ist es, dass auch in Corona-Zeiten zu Weihnachten Angebote gemacht werden – um ein Licht der Hoffnung in dieser dunklen Jahreszeit zu entzünden. Die große Weihnachtsfeier für gut 120 Erwachsene und 60 Kinder musste zwar ausfallen, stattdessen gab es beispielsweise den Oase-Adventskalender.

Gepackt wurden wie in jedem Jahr rund 180 Weihnachtstüten, die auch Masken und Desinfektionsspray enthielten. Dafür sind die Organisationen auf Spenden angewiesen – die Aktion Advent unterstützt das finanziell. Ebenso werden mit diesem Geld unbürokratische Beihilfen für Bedürftige ermöglicht oder Dinge des täglichen Bedarfs wie Nahrung, Hygieneartikel und Kleidung für Menschen, die in den Notunterkünften leben, besorgt. (Helga Kristina Kothe)

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