Corona bindet viel Personal im Gesundheitsamt

Northeimer Gesundheitsamt braucht zusätzliche Mitarbeiter

Dr. Regina Pabst, Leiterin Gesundheitsdienste Landkreis Northeim
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Dr. Regina Pabst, Leiterin Gesundheitsdienste Landkreis Northeim

Die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes können ihre „normalen“ Aufgaben in Folge der Corona-Pandemie nicht mehr ausreichend erfüllen, weil der Fachbereich nicht über ausreichend Personal verfügt.

Landkreis Northeim – Beispiele dafür sind die Schuleingangsuntersuchungen und der Schutz vor Masern. Das machte die Chefin des Amtes, Dr. Regina Pabst, in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Soziales, Gesundheit, Frauen, Familie und Senioren in der BBS Einbeck deutlich.

Allerdings gibt es etwas Hoffnung. Der Bund hat im Rahmen des sogenannten Gesundheitspaktes Anfang September vier Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Davon sollen bis 31. Dezember 2021 mindestens 1500 neue, unbefristete Vollzeitstellen geschaffen werden und in einem weiteren Akt bis 2022 weitere 3500 Stellen. Doch die Besetzung neuer Stellen dürfte schwer werden. Pabst: „Es gibt kein Fachpersonal auf dem Markt.“

Für das Northeimer Gesundheitsamt sollen sieben bis acht Stellen neu eingerichtet werden, darunter ein zweiter Amtsarzt. Diese Stelle soll, so Landrätin Astrid Klinkert-Kittel, jetzt ausgeschrieben werden. Außerdem, so die Amtsleiterin, ist eine Vergrößerung des Teams Infektionsschutz erforderlich. „Die Mitarbeiter dort sind überwiegend Hygienekontrolleure, deren Ausbildung drei Jahre dauert.“ Im Team der sozialmedizinischen Angestellten seien perspektivisch mindestens zwei zusätzliche Kräfte erforderlich. Weiter sei für den Bereich Verwaltung eine Personalaufstockung notwendig.

Die Corona-Pandemie bindet zudem viele Kräfte. Dazu, so Erster Kreisrat Jörg Richert, sollen noch im Oktober sieben weitere Nachverfolgungsteams auf ehrenamtlicher Basis gebildet werden.

Pabst verwies darauf, dass die Nachverfolgung „gut“ funktioniere. Bislang hätten im Landkreis nur wenige Fälle nicht nachverfolgt werden können. Die stellvertretende Fachbereichsleiterin, Tanja Brandes, beschrieb die Arbeitsbelastung bei Nachverfolgungen der dafür zuständigen Mitarbeiter kurz, aber drastisch: „Dann sind wir drei Tage lahmgelegt.“

Von Hans-Peter Niesen

Personal und Aufgaben

Das Gesundheitsamt verfügt aktuell über einen Stellenplan von 26,54 Vollzeitarbeitsplätzen, die auf 40 Mitarbeiter verteilt sind. In den kommenden fünf Jahren werden sieben Mitarbeiter altersbedingt ausscheiden. In den vergangenen Jahren musste das Amt zusätzliche Aufgaben übernehmen, unter anderem Pflichten aus der Trinkwasserverordnung, dem Infektionsschutz, dem Masernschutzgesetz, der Überwachung von Solarien und dem Prostituiertenschutzgesetz.

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