Ausbruch im Glaubenszentrum fällt aus Berechnung heraus

Landkreis Northeim ab Donnerstag kein Corona-Risikogebiet mehr

14.04.2020, Frankreich, Colmar: Eine medizinische Mitarbeiterin bereitet einen Covid-19-Test für ältere Menschen in einem Labor vor. Angesichts der wachsenden Besorgnis der Öffentlichkeit über die unkontrollierte Ausbreitung des Coronavirus in Pflegeheimen haben die französischen Behörden die Tests intensiviert und damit begonnen, die Virustodesfälle in Einrichtungen für ältere Menschen zu zählen. Foto: Jean-Francois Badias/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Symbolbild Coronatest im Labor

Das Corona-Massenausbruchsgeschehen im Glaubenszentrum in Bad Gandersheim vor einer Woche fällt am 21. Oktober aus der Berechnung für ein Risikogebiet heraus. Damit wird der Landkreis Northeim wieder risikofrei.

Northeim – Das Corona-Ausbruchsgeschehen im Glaubenszentrum in Bad Gandersheim hat den Landkreis Northeim zum Corona-Risikogebiet gemacht. Doch ab Donnerstag, 22. Oktober, gibt es in dieser Hinsicht Entwarnung. Die Bibelschule in der Kurstadt fällt nun aber aus der 7-Tagesgrenzwert-Berechnung (Inzidenz) heraus.

Das bestätigte auf HNA-Anfrage Kreis-Pressesprecher Dirk Niemeyer. Bereits am Mittwoch, 21. Oktober, rutschten die ersten 55 vor einer Woche in Bad Gandersheim gemeldeten Fälle aus dem Zentrum aus der Berechnung für den Inzidenzwert heraus, sodass dieser Wert von 102 auf nur 63,5 sank. Der Grenzwert für ein Risikogebiet liegt bei 50 (50 Fälle auf 100 000 Einwohner in sieben Tagen). Am Donnerstag werden laut Niemeyer auch die restlichen 73 damals positiv getesteten Infizierten im Glaubenszentrum aus der Berechnung gestrichen, weil das Ausbruchsgeschehen dann über sieben Tage her ist. Die Aufhebung des Risikogebiets könne dann aber offiziell frühestens Freitag, 23. Oktober, passieren, weil das per Verordnung verfügt und veröffentlicht werden müsse.

Die Ausweisung als Risikogebiet beruht zwar auf der 7-Tage-Inzidenz. Für die Betroffenen im Glaubenszentrum bedeutet das aber noch keine Entwarnung. Sie müssen weiter in Quarantäne bleiben, denn die Quarantänezeit beträgt bei Erkrankten mindestens 10 Tage. Jeder Fall wird danach individuell beurteilt.

Da der Inzidenzwert einen 7-Tageszeitraum berücksichtigt und danach im Landkreis nur äußerst moderat Neufälle aufgetreten sind, sei rein rechnerisch davon auszugehen, dass der Inzidenzwert für den Landkreis Northeim nach dem Herausfall des Glaubenszentrums auf einen Wert deutlich unter der Grenze von 50 und auch von 35 – dem ersten Corona-Warnwert – fallen werde.

Der neue inoffiziell ab Donnerstag geltende Wert werde voraussichtlich zwischen 6 und 8 liegen und wäre damit dann einer der niedrigsten überhaupt im Bundesgebiet.

Damit dürfte die geplante neue Niedersächsische Corona-Verordnung, die laut Pressestelle des Sozialministeriums bereits am Freitag, 23. Oktober, in Kraft treten soll, auf den Landkreis Northeim keinen Einfluss mehr haben.

Sie dürfte voraussichtlich in Risikogebieten neben verschärfter Maskenpflicht und Einschränkungen bei privaten Feiern und Zusammenkünften Teilnehmer-Beschränkungen bei Veranstaltungen (ohne Hygienekonzept nur noch 100) und eine Sperrstunde ab 23 Uhr beinhalten.

(von Axel Gödecke)

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