Einrichtung bleibt bis nach den Sommerferien geschlossen

Corona-Krise trifft den Schulbauernhof in Hevensen hart

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Hat nur noch vier Rinder im Stall: Claudia Eicke-Schäfer, Geschäftsführerin des Schulbauernhofs in Hevensen. 

Hevensen – Der Internationale Schulbauernhof Hardegsen hat zehn seiner 15 Mitarbeiter gekündigt und mit dem Verkauf von Tieren begonnen.

Die Corona-Krise trifft die pädagogische Einrichtung in Hevensen hart. Geschäftsführerin Claudia Eicke-Schäfer blickt trotzdem zuversichtlich nach vorn.

Bis zum Ende der Sommerferien Mitte Juli bleibt die Einrichtung geschlossen. So sieht es der Runderlass des Niedersächsischen Kultusministeriums vor, der im März erging. Wie es danach weitergeht, ist offen. „Durch die viermonatige Zwangspause verlieren wir 50 Prozent unserer Jahreseinnahmen“, sagt Eicke-Schäfer.

Die Einrichtung hat insgesamt 15.000 Euro Soforthilfe von Land und Bund bewilligt bekommen. Weitere 10.000 Euro kamen bisher bei einem Spendenaufruf zusammen, den der Bauernhof Ende März startete.

Privatpersonen unterstützen die Einrichtung mit Beträgen zwischen 20 und 500 Euro. „Überwältigt“ zeigt sich die Geschäftsführerin von dieser Hilfe. „Mit der Soforthilfe und den Spenden konnten wir allerdings nur unser Konto ausgleichen“, sagt Eicke-Schäfer. Einnahmen erzielt der Hof derzeit lediglich mit dem Verkauf von Eiern sowie von Wurst, Honig und Marmelade.

Die Nachfrage habe in der Krise sogar zugenommen. „Den Menschen wird bewusst, wie wichtig eine Versorgung mit Lebensmitteln aus der Region ist“, freut sich die Geschäftsführerin.

Um die Ausgaben drastisch zu verringern, musste Eicke-Schäfer Reinigungskräften, Köchen und Hauswirtschaftlerinnen sowie dem Planwagenfahrer und einem Bauern kündigen. Mit allen steht sie weiter in Kontakt und hofft, dass sie sie nach der Krise wieder einstellen kann. Die verbleibenden fünf Mitarbeiter schickte die Geschäftsführerin in Kurzarbeit.

Auch der Tierbestand wurde verringert. Es fehlen die helfenden Hände der durchschnittlich 35 Kinder auf dem Hof, die mit anpacken. Nur noch vier Rinder stehen im Stall. Einige Schweine und Schafe will die Geschäftsführerin abgeben. Auf neue Gänse und Enten, die sonst im Mai gekauft werden, verzichtet der Hof wohl in diesem Jahr. Die 260 Legehühner bleiben dagegen.

„Wir wollen die schwere Zeit nutzen, um noch besser zu werden“, kündigt die Geschäftsführerin an. Mit ihrem verbleibenden Team überarbeitet sie derzeit Methodik und Inhalte. In Zukunft befasst sich der Bauernhof mehr mit fairem Handel.

„Der Weltfrieden hängt auch davon ab, dass die reichen Länder nicht weiter auf Kosten armer Staaten leben“, erläutert die Sozialwissenschaftlerin. Mehr Angebote soll es zur biologischen Vielfalt geben. „Jeden Tag sterben wundervolle Tier- und Pflanzenarten aus“, warnt Eicke-Schäfer.

Weil sich derzeit in Deutschland der dritte Dürresommer in Folge abzeichnet, geht es auf dem Schulbauernhof mehr um das Thema Wasser. Ein weiteres Thema: Was kann der Einzelne tun, um die Verschmutzung der Weltmeere mit Plastik zu vermeiden? Eicke-Schäfer hofft, dass der Schulbauernhof mit der Neuausrichtung nach der Krise wie Phönix aus der Asche wiederaufersteht.

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