Corona sprengt Gartenschau-Pläne

Landesgartenschau-Gesellschaft schlägt Alarm: Eröffnungstermin und Finanzierung wanken

Wann mit diesem Willkommensgruß Besucher der Landesgartenschau in Bad Gandersheim begrüßt werden, ist derzeit wieder offen.
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Wann mit diesem Willkommensgruß Besucher der Landesgartenschau in Bad Gandersheim begrüßt werden, ist derzeit wieder offen.

Corona macht hinter der Landesgartenschau (Laga) in Bad Gandersheim ein großes Fragezeichen. Wegen Lieferengpässen und Kostensteigerungen sind nach Mitteilung der Landesgartenschaugesellschaft die weiteren Arbeiten nicht mehr planbar.

Bad Gandersheim / Northeim – Der Kartenvorverkauf, der heute, Mittwoch, beginnen sollte, ist deshalb zunächst verschoben worden.

Als Gründe nennt die Laga-Gesellschaft Lieferengpässe bei Material, vor allem bei Holz, und Personalengpässe bei Auftragnehmern und Dienstleistern infolge von Corona-Schutzmaßnahmen und angeordneten Quarantänen. Die Folge seien deutliche Kostensteigerungen und ergebnislos verlaufende Ausschreibungen. Die Laga-Verantwortlichen erwarten nach eigenen Angaben, dass sich die Engpässe in den kommenden Wochen weiter verschärfen.

Der Stadtrat der Kurstadt und der Northeimer Kreistag sollen nun in einer gemeinsamen Sitzung am Dienstag, 7. Dezember, über das weitere Vorgehen entscheiden. Die Stadt Bad Gandersheim und der Landkreis Northeim sind Gesellschafter der Laga-Gesellschaft.

Auf Anfrage machte die Laga-Gesellschaft am Dienstag keine Angaben dazu, welche Strategie sie für das weitere Vorgehen  bevorzugt. Alles sei derzeit in Vorbereitung der Sitzung am Dienstag in der Prüfung, sagte Sprecher Frank Terhorst der HNA.

Folgende Optionen stehen für die Landesgartenschau aber theoretisch zu Wahl:

Verschiebung

Dafür gibt es eine Reihe von Vorbildern. Die für 2020 geplanten Landesgartenschauen in Überlingen (Bad-Württemberg) und Ingolstadt (Bayern) haben wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie erst in diesem Jahr stattgefunden. Die Laga in Eppingen ist von 2021 auf 2022 vertagt worden. Zeitweise war vorgesehen, in Baden-Württemberg die Schauen in Eppingen und Überlingen parallel stattfinden zu lassen.

Die Schau in Bad Dürrenberg (Sachsen-Anhalt), die im kommenden Jahr stattfinden sollte, ist auf 2023 verschoben worden.

Die Landesregierungen von Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt haben zusätzliches Geld locker gemacht, um das durch die Verschiebung und die Veranstaltung unter Corona-Bedingungen gewachsene Defizit zu verringern. Nur Bayern gibt sich noch bedeckt, ob es Ingolstadt unter die Arme greifen wird. Dort ist das Minus von vor Corona kalkulierten drei Millionen Euro auf über elf Millionen angestiegen, berichtet der Donau-Kurier.

Auch für eine Verschiebung nur um ein paar Wochen gibt es ein Vorbild. Die Landesgartenschau in Kamp-Lintfort (Nordrhein-Westfalen) startete im vergangenen Jahr nicht wie geplant am 17. April, sondern infolge der Corona-Pandemie erst am 5. Mai.

An Termin festhalten

Ein Beispiel für dieses Vorgehen ist die Bundesgartenschau, die in diesem Jahr in Erfurt stattfand. Die Verantwortlichen in der Thüringer Landeshauptstadt nahmen dafür in Kauf, dass nicht alles rechtzeitig fertig war.

Absage

Für diesen radikalsten Weg gibt es nur ein Vorbild, das nicht übertragbar ist: Die rheinland-pfälzische Landesgartenschau in Ahrweiler, war wegen der Pandemie von 2022 auf 2023 verschoben worden. Nach der Flutkatastrophe wurde sie ganz abgesagt, weil die finanziellen und personellen Ressourcen der Stadt für den Wiederaufbau benötigt werden. (Olaf Weiss)

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