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Landesamt für Bergbau: Firma Knauf darf bei Lüthorst Gips abbauen – auch unter Tage

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Von: Heidi Niemann

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Gips wird vor allem im Tagebau abgebaut. Bei Lüthorst ist ein teilweiser Untertagebau geplant. Das Archivbild zeigt den Steinbruch Lichtenstein zwischen Dorste und Osterode. Archivfoto: Swen Pförtner/dpa
Gips wird vor allem im Tagebau abgebaut. Bei Lüthorst ist ein teilweiser Untertagebau geplant. Das Archivbild zeigt den Steinbruch Lichtenstein zwischen Dorste und Osterode. © Swen Pförtner/dpa

Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) hat den Gipsabbau der Firma Knauf Gips KG in den Gemarkungen Lüthorst und Portenhagen der Stadt Dassel genehmigt. Die Abbaufläche habe eine Größe von knapp 12,2 Hektar, teilte ein Behördensprecher am Freitag mit.

Dassel – Zum Schutz der Anwohner solle die Gipsförderung im nordwestlichen Bereich der Lagerstätte auf einer Teilfläche von 1,8 Hektar unter Tage stattfinden, auf der übrigen rund 10,37 Hektar großen Fläche solle der Gips dagegen im Tagebau gewonnen werden. Der Gipsabbau werde sich über zwei Jahrzehnte erstrecken, insgesamt würden die Vorräte auf 2,1 Millionen Tonnen geschätzt.

Die Firma Knauf Gips KG hatte den Abbau Ende 2014 beantragt. Die Ortsräte von Lüthorst und Portenhagen lehnten das Projekt ab. Sie führten an, dass die Sprengungen zu erheblichen Beeinträchtigungen für die Anwohner führen würden.

Gegner des Projekts hatten unter anderem die Befürchtung geäußert, dass der in direkter Nachbarschaft liegende renaturierte Bachlauf der Bewer beeinträchtigt werden könnte. Nach Angaben des Landesamtes wurde in Gutachten nachgewiesen, dass der Bewer kein Wasser entzogen werde. Die Ergebnisse des umfangreichen Grundwassermonitorings würden regelmäßig vom Gewässerkundlichen Landesdienst (GLD) und von der Unteren Wasserbehörde des Landkreises Northeim geprüft. Das beim Gipsabbau anfallende sulfathaltige Wasser werde in ein Gewässer dritter Ordnung eingeleitet, das westlich von Portenhagen in die Bewer fließe. Dort sorge eine Einleitsteuerung dafür, dass der in der Bewer vorkommende natürliche Sulfatgehalt nicht überschritten werde. Eine wasserrechtliche Erlaubnis der Unteren Wasserbehörde des Landkreises Northeim liege vor.

Der Gipsabbaubetrieb soll werktags in der Zeit zwischen 6 und 16 Uhr stattfinden. Lärmintensive Arbeiten seien erst ab 7 Uhr morgens erlaubt, teilte ein Behördensprecher mit. Etwa alle 14 Tage fänden Sprengungen statt, diese dürften nur zwischen 8 und 13 Uhr und von 15 bis 16 Uhr vorgenommen werden. Die Anwohner würden jeweils im Vorfeld der Sprengungen informiert. Vorsorgemaßnahmen und Kontrollmessungen sollen dafür sorgen, dass benachbarte Wohngebäude durch die auftretenden Schwingungen keine Schäden erleiden.

Zur erwarteten Verkehrsbelastung heißt es vonseiten des Landesamtes, dass täglich etwa 20 Lastwagen im Einsatz sein werden, um den Gips abzutransportieren. Sie würden vom Tagebau direkt zur Landesstraße 546 geführt. Da damit teilweise Gips-Transporte aus dem Harz ersetzt würden, werde sich die Verkehrsbelastung in Portenhagen verringern.

Während der Untertage-Abbau nach Angaben des Landesamtes nach etwa vier Jahren abgeschlossen sein soll, werde der Abbau über Tage einschließlich der erforderlichen Rekultivierungsmaßnahmen nach 20 bis 25 Jahren beendet sein. Der durch den Abbau entstehende untertägige Hohlraum solle mit Abraum aus dem Tagebau verfüllt werden.

Im übertägigen Abbaubereich sei auf etwa der Hälfte der Fläche eine annähernde Wiederherstellung der Landschaft geplant. Der übrige Teil des Tagebaus werde nicht verfüllt, sondern solle sich nach Abschluss von Gestaltungsmaßnahmen selbst renaturieren. (Heidi Niemann)

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